Magdeburg l Wegen einiger Planungsfehler ist der Bau weiterer Abschnitte der A 14 in Richtung Norden in Sachsen-Anhalt zum Erliegen gekommen. Der Umweltverband BUND, der gegen fast jede Etappe klagt, hatte im Fall der Strecke Colbitz-Dolle im Januar Erfolg.

Nun liegt die Urteilsbegründung des Bundesverwaltungsgerichts vor. In ihr legen die Richter dar, was Sachsen-Anhalts Planer gut gemacht haben - und was nicht. 125 Punkte umfasst die Begründung. Die Richter setzen sich darin mit der langen Beschwerdeliste der Umweltschützer auseinander.

Der BUND scheitert mit seinem Versuch, einen totalen Baustopp zu erreichen. Die Richter machen klar, dass die A 14 eben nicht überflüssig, sondern ihr Bau gerechtfertigt ist. Der immer wieder geforderte Ausbau der B 189 (wie ihn auch die Grünen preisen) sei nicht zielführend. Außerdem würdigen die Richter die Anstrengungen der Planer, die mehrere Tier-, Grün- und Fledermausbrücken vorgesehen haben. Die Behörde habe hier fehlerfrei gearbeitet. "Das bestärkt uns, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist", sagt der Sprecher des Verkehrsministeriums, Peter Mennicke.

Was muss nachgearbeitet werden?

1. Das Land muss die Auswirkungen auf den Ziegenmelker genauer untersuchen. Der zu den Nachtschwalben gehörende, drosselgroße Vogel ist streng geschützt. Da unweit der A 14 die Bundeswehr ihre Übungsstadt Schnöggersburg errichtet, könnten sich negative Auswirkungen auf den Bodenbrüter ballen. Das Land muss herausfinden, wie problematisch es wirklich wird. Notfalls müssen Areale in der Colbitz-Letzlinger Heide umgestaltet werden, so dass sich der Ziegenmelker dort wohlfühlt. Auf naturschutz-deutsch: Ihm müssen alternative Lebensräume angeboten werden.

2. Die beiden Käferarten Heldbock und Eremit leben gern in abgestorbenen Bäumen. Wenn die Baustelle eingerichtet wird, muss das dort befindliche Totholz samt Larven vorsichtig umgelagert werden. Die Planer müssen genauer darlegen, wie das geschehen soll. Ähnliche Probleme gibt es beim Nachtkerzenschwärmer. Der Schmetterling legt seine Eier an Nachtkerzengewächsen ab, wie sie bei Dolle wachsen.

3. Das südliche Ende des Autobahnstücks muss aus formalrechtlichen Gründen noch einmal untersucht und die Unterlagen erneut ausgelegt werden.

Das Verkehrsministerium hält die Nacharbeiten für überschaubar, zumal zusätzliche Planer eingestellt wurden, die sich ausschließlich um die A 14 kümmern. Anfang 2015 sollen die neuen Unterlagen ausgelegt werden, Ende 2015 soll die neue Genehmigung vorliegen. Sollte keine Klage eingehen, wird dennoch nicht gleich weitergebaut. Denn: Der sich nördlich anschließende Abschnitt Dolle-Lüderitz wird ebenfalls beklagt; ein Urteil der Leipziger Richter steht noch aus. Da beide Abschnitte verkehrlich zusammengehören, werden sie erst gebaut, wenn für beide die Signale auf Grün stehen.