Wernigerode l "Seit gefühlt sechs bis acht Wochen funktioniert der Fahrstuhl auf dem Bahnsteig 1 in Wernigerode nicht mehr", schreibt Peter Lehmann an die Redaktion der Harzer Volksstimme. "Ich durfte mein Fahrrad schon mehrfach die Treppe hochschleppen. Ist nicht gerade ein Vergnügen."

Nicht nur Radfahrer wie Peter Lehmann - auch Eltern mit Kinderwagen, Reisende mit schwerem Gepäck und Behinderte gelangen momentan einzig über eine Treppe vom Eingang Nord in der Feldstraße zum Bahnsteig 1 - oder sie nehmen einen Umweg über den Altstadtkreisel in Kauf. Ebenso geht es Reisenden, die vom Bahnsteig1 zum Ausgang Nord gelangen wollen.

Betreiber des Bahnhofes ist die Deutsche Bahn. Der Konzern hat ein Schild am defekten Fahrstuhl angebracht. "Wir beseitigen Vandalismusschäden", heißt es. Und: Der Fahrstuhl "kann vorübergehend nicht benutzt werden." Peter Lehmann ist verärgert: "Vielleicht lassen sich an dem Schild bald Spinnweben fotografieren."

Service der Deutschen Bahn in der Kritik


"Der Fahrstuhl ist defekt", bestätigt auch Bahn-Sprecher Jörg Bönisch. Ursache für den Schaden ist ihm zufolge Vandalismus. Und: Der Lift sei so schwer beschädigt, dass nicht klar ist, wann und ob der Fahrstuhl überhaupt repariert werden kann. Wie Gehbehinderte das Gleis oder die Bahnhofseite in Zukunft ohne Fahrstuhl wechseln sollen, darüber gab die Pressestelle der Bahn derweil keine Auskunft.

Peter Lehmann hat für so wenig Einsatz nur noch Zynismus übrig. "Das nenne ich einen hervorragenden Service der DB-AG und einen würdigen Beitrag für behindertengerechte Zugänge zu den Zügen."