Magdeburg l Die "Galgenfrist" für die Parkbahn im einstigen BUGA-Gelände läuft ab. Diese hatte der Stadtrat 2012 verhängt. Laufzeit: Zumindest bis Ende 2014. Die Maßgabe damals: Die Bahn muss raus aus der Verlustzone und so lange wie möglich ohne größere Sanierung auskommen.

Die Hoffnung auf einen kostendeckenden Betrieb war nicht unbegründet: 2009 war nach zehn Jahren ein kostenintensiver Bahn-Betreibervertrag (140 000 Euro im Jahr) mit einem Fremddienstleister ausgelaufen. Auch die Zahl der Fahrgäste hatte sich bis 2011 positiv entwickelt. Eine Anhebung der Fahrpreise sollte die Kasse weiter aufbessern.

Fahrt in die roten Zahlen

Inzwischen steht es dennoch ziemlich schlecht um die schwebende Attraktion des Elbauenparks. Und das in zweifacher Hinsicht: 1. Das Betriebsergebnis der vergangenen beiden Jahre war wieder negativ. 2. Die aktuelle Nutzungsgenehmigung des Bauordnungsamtes endet am 31. Dezember 2014 und kann laut Betreibergesellschaft nur mit einer Millioneninvestition in das Schienensystem erneuert werden - womit die Bahn noch viel tiefer in die roten Zahlen fahren würde.

Die Alternative: Abbau nach Ende der laufenden Saison.

Steffen Schüller, seit Jahresbeginn Geschäftsführer der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg (MVGM): "Die Prüfung der Statik ergab aktuell keine Bedenken. Allerdings besteht die Auflage, im kommenden Jahr den Korrosionsschutz für das gesamte Schienensystem zu erneuern. Allein das würde mit weiteren Instandsetzungen 1,35 Millionen Euro kosten." Außerdem seien die Züge der Schwebebahn verschlissen. Neue müssten gekauft werden. "Gebrauchte Züge gibt es aktuell nicht. Schon diese hätten mindestens 700 000 Euro gekostet", erklärt der Geschäftsführer.

Die Bahn habe "gute Dienste geleistet". Aber nach 15 Jahren auf Touren in Magdeburg und insgesamt über 20 Jahren im Einsatz "ist nun mal eine Sanierung notwendig", so der MVGM-Chef. Die Bahn ist Baujahr 1992. Die Erneuerung hält Schüller nicht für angebracht. Er vertritt diesen Standpunkt: "Natürlich ist die Bahn ein besonderes Angebot des Parks und jedes Angebot, das entfällt, ist bedauerlich. Aber eine Investition in der genannten Größenordnung lässt sich nicht erwirtschaften."

Fahrgastzahlen rückläufig

Die Attraktivität der Bahn sei nach 15 Jahren für die Besucher gesunken. "Das zeigen die rückläufigen Fahrgastzahlen. Im Vorjahr fuhr nur jeder neunte Besucher des Park mit der Bahn", so Schüller.

Der Geschäftsführer gibt zu bedenken: "Wenn man so viel Geld in die Hand nimmt, sollte man in etwas Neues im Elbauenpark investieren." Schüller möchte als Alternative zur Panoramabahn "ein Fortbewegungsmittel, das auf den Straßen und Wegen fahren kann und damit viel mehr Haltestellen zum Ein- und Aussteigen bietet".

Ist Ende des Jahres Endstation für die Panoramabahn? Das muss der Stadtrat entscheiden. Schüller: "Eine Drucksache ist in Vorbereitung."