Burg l Mit handflächengroßen Anzeigen wirbt Finzelberg (parteilos) in einem lokalen Anzeigenblatt um Wählerstimmen für seine Landratskandidatur. Dabei zitiert er auch Fritz Grund, der im Text fordert, dass "Finzelberg umgehend an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt und das Kesseltreiben um ihn beendet wird". Fritz Grund ist zweiter Vorsitzender des Kreissportbundes (KSB). Vorsitzender ist Lothar Finzelberg. Für massive Kritik sorgt deshalb, dass Grund im Namen aller Sportler des Kreises sagt: "Knapp 15.000 Mitglieder stehen zu ihm (Finzelberg) und schätzen seine Arbeit."

Zu den Kritikern gehört Peter Schwindack, der für die SPD im Kreistag sitzt: "Wie kommt Herr Grund zu dieser Behauptung? Ich als Mitglied bin jedenfalls nie befragt worden." Aus Sicht von Schwindack ist der Sportbund laut Satzung zur politischen Neutralität verpflichtet. Tatsächlich steht im Paragraf 2 der Landessportbund-Satzung: "Er wendet sich gegen (...) jede Form von Einmischung." Schwindack findet es "dreist, dass in diesem Beispiel auf dem Rücken der Sportler Politik gemacht wird".

Der Burger Ballspielclub (BBC) gehört zu den größten Vereinen im Landkreis. Vorsitzender Lars-Uwe Matthias sagte zur Volksstimme: "Das ist nicht okay. Gemeldet haben sich bei uns etliche Mitglieder, die das nicht in Ordnung finden."

Einen Verstoß gegen die Satzung will der Landessportbund nicht bestätigen. Jedoch hält Sprecher Frank Löper einige Formulierungen "für unglücklich". Landeswahlleiter Ulf Gundlach sieht "aus kommunalrechtlicher Sicht keinen Grund, hier einzuschreiten". Einer Amtsperson sei es verboten, Wahlwerbung für einen Bewerber zu machen. Der Kreissportbund sei jedoch ein eingetragener Verein: "Da gelten andere Regeln." Gundlach: "Wir beobachten das."