So finden Sie die Karten:

www.verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/hygiene/trinkwasserqualitaet

(Klicken Sie auf "Untersuchungsergebnisse", dann auf "Chemische Untersuchungsergebnisse – regionale Darstellung" und hier auf "Daten"; hier können Sie einen Stoff und die Mittelwerte auswählen.

Dann sehen Sie die Resultate der Gemeinden auf der Karte.

Magdeburg l Die Hygiene-Experten des Landesamtes für Verbraucherschutz analysieren regelmäßig das Trinkwasser. Nitrate, Sulfate, Uran, Aluminium - das wichtigste Lebensmittel wird auf 29 Stoffe untersucht, die ab einer bestimmten Konzentration die Gesundheit gefährden können.

Seit dem gestrigen Donnerstag kann sich jeder im Internet präzise informieren, wie es um das Trinkwasser in seiner Heimatgemeinde bestellt ist. Das Landesamt in Magdeburg schaltete eine Karte mit allen Daten frei. Nachlesbar sind die Werte von 2012 - die des Jahres 2013 werden noch eingespeist. Außerdem gibt es Tipps, was bei erhöhten Werten zu tun ist. Werden gar Grenzwerte überschritten, müssen die zuständigen Gemeinden handeln. Wie in Allstedt (Mansfeld-Südharz), wo die Uran-Belastung bis 2012 zu hoch war. Das Schwermetall kann die Nieren erheblich schädigen. Seit vorigem Jahr bekommt die Gemeinde daher ihr Wasser vom benachbarten Wasserwerk Wienrode, dessen Werte im grünen Bereich liegen.

"Insgesamt gesehen haben wir sehr gutes Trinkwasser", sagt Uta Rädel, Wasserhygiene-Chefin im Landesamt. Das bedeutet: Die gefährlichen Stoffe liegen deutlich unter dem Grenzwert. Die Belastung mit Keimen ist ebenfalls gering. "Sachsen-Anhalts Trinkwasser muss daher nicht permanent gechlort werden", sagt Rädel. 70 Prozent kommen aus gut geschützten Quellen in der Tiefe; der Rest stammt aus Talsperren, dessen Wasser vorsorglich in ganz geringem Maße desinfiziert werde. Manche Wasserwerke benötigen das ganze Jahr über gar kein Chlor - wie Colbitz, dessen Heidewasser in der Magdeburger Region getrunken wird.

Durchwachsener sieht es mit der Nitrat-Belastung aus. Nitrate können durch Dünger ins Grundwasser gelangen. In verzinkten Rohren entstehen daraus Nitrite, die vor allem für kleine Kinder gefährlich sind. Kinder bis zu zwei Jahren sollten dann nur abgepacktes Wasser trinken. In Berga (Mansfeld-Südharz) wird der Nitrat-Grenzwert von 50 Milligramm je Liter (mg/l) erreicht. In der Magdeburger Region, im Fläming und in der Altmark liegen die Werte mit 3 bis 7 mg/l klar im grünen Bereich. Leicht erhöhte Mengen wurden in einigen Harzkreisgemeinden gemessen (Huy und Badersleben je 23 mg/l).

Die Karte hat auch ihre Genzen. Dargestellt ist die Qualität des Wassers, wie es das heimische Wasserwerk anliefert - das Amt kann nicht jeden privaten Wasserhahn unter die Lupe nehmen. Auch über Geschmack und Härte gibt es keine Auskunft. Wer noch Blei-Leitungen hat, sollte die schleunigst auswechseln. Seit 2013 gilt ein verschärfter Blei-Grenzwert. Vermieter sind verpflichtet, ihre Mieter zu informieren, falls in ihrem Haus das Wasser noch durch Bleirohre fließt. Doch egal, durch welches Rohr das Wasser fließt: "Man sollte das Wasser immer erst eine Weile fließen lassen, ehe man es trinkt. Dann hat es die beste Qualität", sagt Rädel.