Magdeburg l Hoffnung für die von Vandalismus gebeutelten Mieter im Allee-Center: Die beim Bau des Einkaufszentrums 1996 vertraglich festgelegte Öffnung der Mittelpassage in den Abend- und Nachtstunden soll gekippt werden. In einer aktuellen Stellungnahme des Baubeigeordneten Dieter Scheidemann erklärt dieser, dass die Verwaltung dem Stadtrat eine entsprechende Drucksache vorlegen wird.

Um auch nächtlichen Spaziergängern einen weiten Umweg um das Center zu ersparen, wurde damals im Stadtrat u.a. auf Drängen der bündnisgrünen Fraktion durchgesetzt, dass die mittleren Eingänge zwischen Ernst-Reuter-Allee und Goldschmiedebrücke nur zwischen 1 und 5 Uhr geschlossen werden dürfen. In der übrigen Zeit stehen sie für jedermann offen. Dies lockt aber nach Darstellung des Centermanagements und der Händler vorwiegend eine Klientel an, die die Ruhe nach Ladenschluss nutzt, um unlauteren Dingen nachzugehen.

Meistens handelt es sich laut Centermanagerin Margaret Stange-Gläsener um Vandalismus, doch vor wenigen Wochen wurde bei einem Einbruch auch Schmuck im fünfstelligen Wert entwendet. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden bei der Polizei bereits sechs Anzeigen gestellt. Und dabei wird nicht jede aufgeschlitzte Verkleidung auch gemeldet. Insgesamt sind es nach Angaben des Allee-Centers bis zu 30 Vorfälle im Jahr. Zudem bekommen die Mieter zunehmend auch Probleme mit ihrer Versicherung, mit höheren Prämien oder gar deren Kündigung haben sie zu kämpfen. Deshalb hatte Stadtrat Walter Meinecke (Linke) bei der Stadt angefragt, was sie dagegen zu tun gedenke.

Dies alles hat nun offenbar die Stadtverwaltung davon überzeugt, von der alten Vereinbarung abzurücken. "Die Schließung des Durchganges würde die Anzahl der Straftaten verringern", schlussfolgert Scheidemann. Ende März hat die Geschäftsführung des Allee-Centers einen Antrag zur Veränderung der Schließzeiten eingereicht. Der Wunsch: Anpassung an die normalen Ladenöffnungszeiten. Dem will die Stadt nun wohl auch nachkommen.

"Die Verwaltung beabsichtigt, dem Stadtrat eine Änderung des städtebaulichen Vertrages vorzuschlagen", erklärt der Baubeigeordnete. Eine entsprechende Beschlussvorlage wird erarbeitet, verspricht er.