Magdeburg (dpa) ln Sachsen-Anhalts Kommunen halten neue Medien wie Apps und Audioguides zunehmend Einzug in das Marketing. Genaue Informationen über Sehenswürdigkeiten sollen Touristen locken, aber auch Einwohner können etwa von Behördenwegweisern auf dem Smartphone profitieren, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Die modernen Angebote kosten die Städte teils aber viel Geld - was nicht jede Kommune aufbringen kann.

Vorreiter in Sachsen-Anhalt war nach eigenen Angaben Halberstadt. Bereits im September 2011 schaltete die Stadt die erste kommunale App in Sachsen-Anhalt frei. "Der Ausbau und die effektive Nutzung der neuen Medien für Touristen, Bürger und Unternehmen war und ist konsequente Stadtpolitik", erklärte Sprecherin Ute Huch. Über die Anwendung ließen sich Übernachtungen oder Stadtführungen buchen, Informationen zu Sehenswürdigkeiten oder ein Audioguide zum Domschatz abrufen. Auch eine eigene Fanpage bei Facebook und eigene Twitter- und Youtube-Angebote gehören zum Stadtmarketing.

Besucher buchen mehr Übernachtungen und kaufen mehr Souvenirs

Das Engagement, für das als Pilotprojekt neben Personalkosten rund 1000 Euro Eigenmittel benötigt wurden, habe sich gelohnt. Die Online-Buchungen seien gestiegen, über Facebook beworbene Souvenirs würden verstärkt nachgefragt. Derzeit arbeitet die Stadt daran, das Angebot auch in verschiedenen Sprachen präsentieren zu können und alle barrierefreien Informationen zu bündeln.

Auch die Stadt Halle setzt auf eine eigene App. Im vergangenen Jahr zählte die Kommune rund 4800 Downloads und rund 1200 Updates. Angeboten werden Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen oder auch Nachrichten aus dem Rathaus. Daneben hat die Stadt seit vergangenem Juni zusammen mit der Stadtmarketing-Gesellschaft auch einen touristischen Audioguide erstellt. In das Marketing investiert Halle inzwischen richtig Geld - für ein neues Konzept und neue Anwendungen stehen rund 50000 Euro zur Verfügung.

Stendal bietet seinen Gästen bereits seit mehreren Jahren einen Audioguide. Über eine spezielle Festnetzrufnummer kann man sich so einen Überblick über Sehenswürdigleiten verschaffen. Daneben hat die Hansestadt inzwischen auch eine eigene App, die auch auf Restaurants und Geschäfte verweist. Das Budget lag bei 2000 Euro. Die Erfahrungen seien gut. "Die Erwartungen, welche wir an das jeweilige Angebot gesetzt haben, wurden erfüllt. Bei allen unseren Angeboten erhalten wir regelmäßig ein gutes Feedback", sagte Matthias Neumann vom Veranstaltungsmanagement der Stadt.

Die Tourismuswerber in Magdeburg haben noch keine eigene App - aber verweisen auf die Magdeburg-App eines Magdeburger Dienstleisters, der Informationen über die Stadt oder auch einen Behördenwegweiser bietet. "Eine Social-Media-Strategie wird im Moment von uns erarbeitet", sagte der Geschäftsführer der Marketing-Gesellschaft, Ralf Steinmann. "Unabhängig davon ist unsere Internetseite www.magdeburg-tourist.de für mobile Endgeräte optimiert worden." Auch Werbung mit QR-Codes werde angeboten. Audioguides würden derzeit ausgetauscht und sollen ab Mitte des Jahres wieder zur Ausleihe in der Tourist-Information angeboten werden.