Magdeburg l Moawia Al-Hamid ist Naturwissenschaftler - promoviert und an der hiesigen Universität tätig - und dennoch ein gläubiger Mensch. Mit ihm treibt rund 400 Muslime in Magdeburg der Ärger über den mangelnden Platz zur Ausübung ihres Glaubens um.

"Wir haben in den vergangenen sieben Jahren bei der Stadt mehrere Anträge auf von uns vorgeschlagene Objekte gestellt. Alle wurden abgelehnt", gab Al-Hamid erst unlängst in der Volksstimme zu Protokoll und wiederholte seine Klage jetzt fast wortgleich vor der versammelten Ratsmannschaft und der Verwaltungsspitze im Rathaus. Al-Hamid berichtete über zahlreiche fehlgeschlagene Hoffnungen.

Alle Verhandlungen scheiterten - teils am Rückzug privater Grundstückseigner vom Verkauf, teils an der Ablehnung städtischer Behörden für die Umsetzung des Moschee-Baus auf kommunalem Grund. Al-Hamid betonte, dass es der islamischen Gemeinde nicht darum ginge, dass die Stadt ihr etwa die neue Moschee finanzieren solle, lediglich erwarte man Hilfe und Entgegenkommen bei der Suche nach einem geeigneten Platz.

Seit 2001 dient eine marode Baracke an der Weitlingstraße den Magdeburger Muslimen als eine Art Hilfsmoschee. Sie ist häufig restlos überfüllt.

Oberbürgermeister Lutz Trümper reagierte verständnisvoll auf die Klage Al-Hamids. "Ich verspreche, dass wir Ihnen dabei helfen werden, dass Sie Ihre Religion auch in Magdeburg würdig ausüben können und nicht in dieser - ich will es mal deutlich sagen - schrecklichen Baracke dort."

Wie diese Hilfe konkret aussehen soll und wo eine neue Moschee für die Gemeinde entstehen könnte, ließ das Stadtoberhaupt zunächst offen. Trümper versprach indes, dass er sich das komplette Verfahren, das zur Ablehnung verschiedener Anträge der Gemeinde an die Stadtverwaltung geführt habe, "noch einmal genau ansehen" werde.

Al-Hamid, im Anschluss an seine Parade im Rat von mehreren interessiert nachfragenden Stadträten umringt, verließ den Saal so angespannt, wie er ihn betreten hatte. Er kann seinen Glaubensbrüdern ein Versprechen des Stadtoberhauptes ausrichten. Eine greifbare Aussicht auf nahe Abhilfe für die Gemeinde in Raumnot gibt es aber noch nicht.

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