Magdeburg l Dem Vernehmen nach hat die in der Veranstalter- und Gastroszene bekannte Magdeburg Events GmbH (Strandbar, Veranstaltungen im Alten Theater) Interesse an der Übernahme des Amo-Kulturhauses angemeldet. Das Unternehmen wollte sich auf Volksstimme-Anfrage nicht dazu äußern.

Wie Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) am Montag der Volksstimme sagte, gibt es drei Bewerber für das Kulturhaus an der Erich-Weinert-Straße. Das Ausschreibungsverfahren sei aber noch nicht abgeschlossen. Bis Ende April, Anfang Mai habe die Stadt von den Interessenten weitere Unterlagen angefordert.

Stadtrat Magdeburg entscheidet voraussichtlich im Herbst

Mit einer Entscheidung rechnet Trümper nicht vor Herbst. Zunächst wird nach der Kommunalwahl (25. Mai) ein neuer Stadtrat zusammentreten. Dieser muss über die Vergabe letztlich entscheiden.

Maßgabe des Magdeburger Oberbürgermeisters: Das Haus muss kulturell betrieben werden und komplett ohne Zuschüsse der Kommune auskommen. Andererseits erhalten die Bewerber nun selbst erst detaillierten Einblick in Unterlagen und Zahlen. Auf dieser Basis müssen sie entscheiden, ob sie die Bewerbung aufrechterhalten wollen.

Langjähriger Gastro-Vertrag wird zum Knackpunkt

Nach Informationen der Volksstimme ist ein bestehender Gastro-Vertrag im Amo ein Knackpunkt bei den weiteren Verhandlungen. Durch diesen Vertrag ist der Verkauf von Getränken und Speisen bei Veranstaltungen im Kulturhaus an ein anderes privates Unternehmen vergeben. Und das noch über viele Jahre. Veranstalter müssen auf diesen Dienstleister zurückgreifen. Für den neuen Betreiber des Hauses fallen die nicht unerheblichen Einnahmen aus dem Thekenbetrieb bei Konzerten und anderen Veranstaltungen folglich weg.

Das Amo wirtschaftlich zu betreiben, gilt ohnehin als keine leichte Herausforderung. Derzeit wird es von der städtischen Messe- und Veranstaltungsgesellschaft (MVGM) geführt. Beschlusslage im Aufsichtsrat der MVGM ist, das defizitäre Haus aus der Gesellschaft herauszulösen und an die Stadt zurückzugeben.

Zur Begründung hieß es: schlechte Auslastung (nur etwa 30 Prozent) und steigender Zuschussbedarf (derzeit 189.000 Euro pro Jahr). Insider sehen jedoch durchaus Potenzial im Amo und halten bei einer besseren Vermarktung auch eine höhere Auslastung für machbar.

5000 Unterschriften zum Erhalt des Amo

Die Stadtverwaltung hatte im Juni 2013 hingegen die Schließung und den Abriss des Amo vorgeschlagen. OB Trümper damals: "Wir brauchen das Amo nicht." Der Vorstoß scheiterte im Stadtrat. Dieser beschloss später stattdessen, den Betrieb des Kulturhauses auszuschreiben und private Investoren zu suchen.

Das drohende Aus für das Amo hatte eine große Debatte in der Stadt ausgelöst. Eine private Initiative sammelte innerhalb von drei Wochen mehr als 5000 Unterschriften für den Erhalt des Amo.