Magdeburg l Klappe auf, die Verbindung steht, und schon weiß die Notrufzentrale, wo sich der hilfesuchende Autofahrer befindet. "Die Säulen auf den Landes- und Bundesstraßen hatten und haben durchaus vor allem noch auf langen Strecken durch Wälder wie in der Altmark ihre Berechtigung", sagt der Vorsitzende der Jürgen-Pegler-Stiftung, Andreas Sosniczka. Aus diesem Grund wolle er die noch 120 bestehenden und durch seine Stiftung finanzierten Geräte erst bis 2018 nach und nach abbauen.

Inzwischen gibt es schon e-Call-Systeme (automatische Notrufeinrichtungen im Auto), die ab dem nächsten Jahr Pflicht bei allen Neuwagen werden sollen. In dem Fall erübrigen sich die Retter aus Stahl am Straßenrand. Handys hatten in den vergangenen Jahren sowieso schon der Notrufsäule den Rang abgelaufen.

Nur noch 338 Notrufsäulen in Sachsen-Anhalt

Von den einst 7000 Geräten an den Bundes- und Landesstraßen in Deutschland, die von der Björn-Steiger-Stiftung und der Jürgen-Pegler-Stiftung betrieben worden sind, blieben in Sachsen-Anhalt noch 338 Standorte übrig. Die Björn-Steiger-Stiftung hatte sich bereits vor einigen Jahren komplett aus Sachsen-Anhalt zurückgezogen und ihre Anlagen abgebaut.

Den Rest übernahm die Telekom, und auch die will bis zum Jahresende alle 3300 noch in Deutschland befindlichen Notrufsäulen auf Bundes- und Landesstraßen abbauen. Unternehmenssprecher Georg-Stephen McKinney: "Die Technologie ist über 40 Jahre alt. Da sind die Ersatzteile schon gar nicht mehr erhältlich. Es macht einfach keinen Sinn mehr, diese Anlagen zu erhalten", sagt er. Sie seien zudem auch nicht mehr finanzierbar.

Notrufsäulen kosten Sachsen-Anhalt 60.000 Euro

Ganz anders sieht es noch auf Deutschlands Autobahnen aus. Hier gibt es insgesamt noch 16.847 Notrufsäulen, und diese werden auch weiter gepflegt, bei Autobahnneubauten sogar aufgebaut. Nach Angaben von Stefan Hörold von der Landesstraßenbaubehörde gibt es im Land noch 578 Notrufsäulen. Die sind verteilt auf alle Autobahnen und die B 6n. Für die Wartung und Instandhaltung der Geräte musste das Land im vergangenen Jahr rund 60.000 Euro aufwenden.

Die Hilferufe laufen in einer Zentrale in Hamburg beim Gesamtverband der Deutschen Versicherer auf. Von dort werden Pannenhilfe und Rettungskräfte verständigt. In Sachsen-Anhalt wird der Service auf der A2 am häufigsten genutzt.