Magdeburg l Während die Kaufpreise für Eigenheime, Reihenhäuser und Eigentumswohnungen in Magdeburg seit 2011/12 wieder nach oben klettern, sind Mieten in der Landeshauptstadt weiterhin stabil. Ein Grund: Hier gibt es rund 130.000 Haushalte, aber etwa 140.000 Wohnungen. "Magdeburg braucht keine Mietpreisbremse", so der Kommentar von Immobilienunternehmer Wulff Aengevelt angesichts dieses "Überhangs". Er stellte am Mittwoch den neuen "City-Report Magdeburg" vor.

Ähnlich die Situation bei Büro- und Geschäftsräumen. Hier beträgt die Leerstandsquote in Magdeburg 13 Prozent. Explodierende Mieten seien daher auch in diesem Segment nicht zu erwarten (Spitzenmiete in Magdeburg derzeit 10,80 Euro pro Quadratmeter). Ebenso wenig bei Einzelhandelsflächen (Spitzenmiete Magdeburg: 55 Euro/qm; Dresden 110 Euro/qm; Leipzig 140 Euro/qm).

Wulff Aengevelt konstatiert deshalb "unverändert günstige Bedingungen für Neuansiedlungen". Gerade für standortunabhängige Unternehmen sei "Magdeburg eine Reise wert". So schlug der Software-Riese IBM im Bürokomplex am Uniplatz seine Zelte auf. Das Unternehmen wolle sich hier schrittweise erweitern, so Aengevelt. Auch im ausgebauten Katharinenturm gebe es mehrere Neuansiedlungen für Magdeburg zu vermelden. Dort seien bisher mehr als 60 Prozent der Büroflächen vergeben.

Der Magdeburger Immobilienmarkt ist unterdessen in Bewegung. Prominentes Beispiel: der unlängst vermeldete Verkauf des Hundertwasserhauses an eine Schweizer Gesellschaft. Aber auch Wohn- und Geschäftshäuser an der Stern- und Hegelstraße oder eine Wohnanlage an der Welsleber Straße (Westerhüsen) hätten die Besitzer gewechselt, so Wulff Aengevelt. Seine Analysten sagen eine weiter anziehende Nachfrage nach Wohnanlagen und Geschäftshäusern in der City voraus. Wulff Aengevelt: "Insbesondere eigenkapitalstarke lokale Investoren werden aktiv. Zudem verzeichnen wir ein wachsendes Interesse überregionaler, renditebewusster Investoren an Magdeburg."

Im Vergleich zur Mehrzahl der anderen deutschen Immobilienzentren sei das Renditeniveau für Investoren in Magdeburg "weiterhin überdurchschnittlich hoch". Die Anfangsrenditen lägen sowohl bei Mietwohnhäusern als auch bei Büro- und Gewerbeobjekten zwischen 7 und 9 Prozent. Zum Vergleich. Bei den "Großen Sieben" (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart) seien im Schnitt nur um die 4 Prozent zu erzielen.