Magdeburg l Auf 130 Millionen Euro für Instandsetzungsarbeiten am Straßenbahnnetz der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) hatte die Landeshauptstadt Flutschäden im Herbst 2013 geschätzt. Das wäre der höchste Einzelposten in Sachsen-Anhalt. "So viel wird nicht nötig sein", sagt Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) inzwischen.

Fünf bis zehn Millionen Euro werde schätzungsweise die Behebung von Schäden an den MVB-Stromanlagen kosten, hätten Gutachten ergeben. "Bis dahin kann im betroffenen Stadtgebiet im Norden der Stadt nur eine begrenzte Zahl von Straßenbahnen gleichzeitig fahren. Ende nächsten Jahres werden diese Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen sein. Dann fährt die Straßenbahn auch in das Industriegebiet Rothensee wieder planmäßig", so Trümper. In Rothensee arbeiten beim Windkraftanlagenbauer Enercon und anderen Unternehmen insgesamt etwa 5000 Beschäftigte.

Fluthilfemittel im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich wird Magdeburg auch für den hochwassergeschützten Neubau eines MVB-Betriebshofes beantragen. Dessen Planungen im Investitionsumfang von 35 Millionen Euro lagen vor dem Hochwasser zwar bereits vor, müssen wegen der Überflutung aber nun grundlegend überarbeitet werden. Zuschüsse aus dem kommunalen Fluthilfeprogramm in ähnlicher Dimension erhofft sich Magdeburg auch für den Neubau von Elbebrücken und den Bau einer Schutzmauer im Stadtteil Buckau. Trümper: "Doch die Bauplanungen für diese Anträge erfordert monatelange Arbeit, um am Ende auch genehmigungsfähig zu sein."

Magdeburg ist in Sachen Fluthilfe ein gebranntes Kind. Nach dem Hochwasser im Jahr 2002 gewährte Fluthilfemittel für den Bau der Sternbrücke hatten später einen jahrelangen Rechtsstreit der Stadt mit dem Land um die Höhe der Fluthilfe nach sich gezogen. Diese Vorsicht im Umgang mit Hilfsfondsmillionen dürfte neben der Überlastung von Baubehörden auch in den Landkreisen ein gewichtiger Grund sein, warum die Antragsstellung dem Hilfebedarf bislang noch hinterherhinkt.