Gütersloh/Magdeburg (dpa/mh) | Die Sachsen-Anhalter sind laut einer Studie im bundesweiten Vergleich am wenigsten solidarisch und hilfsbereit. 79 Prozent der Menschen dort sind der Meinung, die meisten kümmere es nicht, was mit ihren Mitmenschen geschieht.

Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh hervor. Demnach sind auch der gesellschaftliche Zusammenhalt und das Vertrauen in Mitmenschen in keinem anderen Bundesland so gering ausgeprägt wie in Sachsen-Anhalt.

Hohe Unzufriedenheit bei Einkommensunterschieden


Den Forschern zufolge sei das wenig ausgeprägte Vertrauen in die Mitmenschen jedoch typisch für Länder, deren Gesellschaft zuvor durch ausgeprägte Kontrolle bestimmt war. "Vertrauen in Menschen ist ebenso wertvoll wie zerbrechlich. Eine Vertrauensbasis ist schnell zerstört – sie wieder aufzubauen, erfordert Zeit und Geduld", sagt Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung.

Gestiegen sei das Vertrauen in den Ostländern in Justiz und Polizei. Hoch sei hingegen der Anteil derer, die meinen, dass Unterschiede bei den Einkommen durch staatliche Eingriffe verringert werden müssten.

Skepsis gegen Lebensstil von Zuwanderern


Bundesweit habe laut der Studie die Akzeptanz von Homosexuellen zugenommen. Kritisch bleibt hingegen der Blick auf Zuwanderer. Dies gilt vor allem dann, wenn Zuwanderer ihren traditionellen Lebensstil in Deutschland ausüben wollen.

Für die Studie wurden Umfragen und Statistiken von 1990 bis 2012 mit Blick auf 31 Indikatoren ausgewertet, darunter Vertrauen in Institutionen, Akzeptanz von Diversität und Anerkennung sozialer Regeln.