Magdeburg l Derzeit geht man bei der Taxigenossenschaft Magdeburg vom Supergau aus. "Mit dem Mindestlohn müssen die Tarife angehoben werden", sagt Genossenschafts-Vorstand Frank Tempel. Er rechnet mit 30 Prozent. Anfang Juni hält der Taxi-Stadtverband eine Mitgliederversammlung ab. Dort soll über die Preissteigerung abgestimmt werden. Danach beginnen die Taxitarifverhandlung mit der Stadt. Diese Tarife in Magdeburg sind dann für alle 150 Taxi-Unternehmer verpflichtend. 90 Prozent der Magdeburger Taxi-Firmen betrifft der Mindestlohn, zehn Prozent sind alleinfahrende Unternehmer. Laut Genossenschaft liege der durchschnittliche Stundenlohn in Magdeburg derzeit ungefähr bei fünf Euro.

Momentan kostet eine Fahrt in Magdeburg 2,80 Euro Grundtarif. Hinzu kommen 2,60 Euro für den ersten Kilometer und 1,60 Euro für jeden weiteren Kilometer. Mit der Tarifanpassung würde der Grundtarif bei 3,60 Euro liegen, 3,60 für den ersten Kilometer und 2,10 Euro für jeden weiteren.

Bis zum Jahresende muss der neue Tarif stehen, weil dann auch die Taxameter geeicht werden. Außerdem wollen die Taxiunternehmer eine Anpassung ihrer Pflichten erreichen. Bisher müssen die Fahrzeuge fünf Tage die Woche und acht Stunden am Tag vorgehalten werden. "Das ist nicht mehr finanzierbar", sagt Tempel.

Taxifahrer diskutieren stufenweise Erhöhung

In Deutschland gibt es viele unterschiedliche Tarifzonen. Das führt dazu, dass die Preisschraube auch unterschiedlich stark angezogen werden wird. 30 Prozent Entgelterhöhung reichen dann vielleicht in Magdeburg. "Aber in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg oder aber auch im Bayerischen Wald gibt es Regionen, da wären möglicherweise 90 Prozent nötig", sagt Thomas Grätz, Geschäftsführer des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes (BZP) auf Nachfrage der Volksstimme.

Anfang Juni versammeln sich die BZP-Mitglieder in Leipzig. Dort soll über das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Ziel des Bundesverbandes ist es, doch noch eine stufenweise Streckung der Mindestlohn-Umsetzung bis 2017 zu erreichen, um so auch stufenweise die Taxitarife anheben zu können. Das würde einen befürchteten Preisschock zum 1. Januar 2015 verhindern. "Den Mindestlohn mit einmal umzusetzen, ist für viele Unternehmer ein kaum zu bewältigendes Problem", so Grätz zur Volksstimme.