Wernigerode l Braucht Schierke ein Eisstadion für 6,4 Millionen Euro? Das soll Wernigerodes Stadtrat in einer Sondersitzung am 20.Mai entscheiden. Noch ist völlig unklar, wie die Mehrheit der Politiker abstimmen wird. Kritiker aus den Reihen der Linken, der CDU, der Wählergemeinschaft Haus Grund sowie der Grünen beanstanden die hohen Betriebskosten, die die Stadt Wernigerode für das Eisstadion jährlich zuschießen muss. Ein Wirtschaftlichkeitsgutachter hatte die Kosten auf 270.000 Euro geschätzt. Zudem war vor zwei Wochen bekannt geworden, dass die voraussichtlichen Baukosten die 6-Millionen-Obergrenze überschreiten. Im Boden waren Altlasten entdeckt worden, die entsorgt werden müssen.

Die Befürworter, vor allem aus dem Lager der SPD, verweisen derweil auf die touristische Bedeutung des Eisstadions. Die Anlage mit geschwungener Dachkonstruktion ist ein zentraler Punkt im Konzept zur touristischen Entwicklung des 500-Seelen-Dorfes, das 2009 zur Stadt Wernigerode eingemeindet wurde.

Eine Empfehlung für den Stadtrat sollte der Sonderausschuss zur Ortsentwicklung von Schierke am Montagabend geben. Nach dreistündiger Debatte wurde die Abstimmung jedoch vertagt. Der Entwurf kommt in der Sitzung des Finanzausschusses am Donnerstag sowie im Bauausschuss am Montag erneut auf den Tisch.

Das Kompetenzzentrum Stadtumbau hatte gemeinsam mit der Wernigeröder Stadtverwaltung Anfang 2013 einen Wettbewerb für die Projektierung des Eisstadions ausgeschrieben. Ursprünglich wurde ein Preisrahmen von drei Millionen Euro gesetzt.