Magdeburg (dpa) l Eine umfangreiche Knie-Operation steht auf der Rechnung für die Krankenkassen, operiert wurde jedoch nur ein wenig am Meniskus: Es ist einer der vielen Fälle von Abrechnungsbetrug in Sachsen-Anhalt.

Die Krankenkassen im Land forderten 2013 eine bis zu fünf Mal höhere Schadensersatzsumme von Pflegediensten, Ärzten, Apothekern und anderen Leistungserbringern zurück als im Jahr zuvor, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Die Zahl der Verdachtsfälle auf Abrechnungsbetrug stieg nur leicht an.

Von einem Rekordschaden durch gefälschte oder zu hohe Rechnungen spricht die Kaufmännische Krankenkasse (KKH). Die Kasse machte in Sachsen-Anhalt 2013 Forderungen von 105.500 Euro geltend. Etwa 146.000 Euro Schadenersatz beklagte die IKK gesund plus, im Vorjahr war es weniger als die Hälfte.

Medikamente aus gefälschten Rezepte landen auf Schwarzmarkt


Der Barmer GEK Sachsen-Anhalt entstand im vergangenen Jahr ein Schaden von rund 388.000 Euro, im Jahr 2012 war es mit 77.000 Euro gerade einmal ein Fünftel. Die AOK Sachsen-Anhalt ging in den vergangenen beiden Jahren knapp 500 Fällen von fehlerhaften Abrechnungen nach, die Kasse machte daraufhin einen Schaden von 1,5 Millionen Euro geltend.

Betrug findet in allen Bereichen statt: In einem Krankenhaus in Sachsen-Anhalt wurden Operationen schlichtweg erfunden - und teuer der IKK in Rechnung gestellt, wie die Krankenkasse mitteilte. Eine Arzthelferin in Ostdeutschland fälschte zusammen mit einer Apothekerin Rezepte für Muskel-Wachstumshormone - um sie laut TK in der Bodybuilderszene gewinnbringend auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.