Nienhagen/Berlin (ag) | Das Bürgerbündnis "Nienhagen rechtsrockfrei" ist am Freitag in Berlin als "Botschafter für Demokratie und Toleranz" ausgezeichnet worden. Das Bündnis sei eines von bundesweit fünf Initiativen, die diesen Preis in diesem Jahr erhalten haben, teilte das Kultusministerium Sachsen-Anhalt mit. Die Ehrung ist mit 5000 Euro verbunden.

Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh meinte: "Die Auszeichnung kommt genau zum richtigen Zeitpunkt." Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass in Nienhagen (Landkreis Harz) für Ende Juni erneut ein Konzert mit rechtsextremer Musik angemeldet wurde. "Auf Dauer sind solche Veranstaltungen am besten zu verhindern, wenn die Bürger vor Ort deutlich machen: Das wollen wir
in unserer Gemeinde nicht haben", so Dorgerloh weiter.

Mit "Nienhagen rechtsrockfrei" wurde bereits zum zweiten Mal hintereinander ein Vorschlag des Kultusministeriums Sachsen-Anhalt vom bundesweiten Bündnis für Demokratie und Toleranz aufgegriffen. Im vergangenen Jahr war Waltraud Klingbeil aus Insel bei Stendal als Botschafterin für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet worden, die sich für die Rechte zweier ehemaligen Straftäter eingesetzt und sich gegen die Instrumentalisierung der Proteste durch Rechtsextremisten gestellt hatte, so das Kultusministerium.