Magdeburg (dpa/mh) | Unwetterartige Regenfällen haben Sachsen-Anhalt fest im Griff. Laut Deutschem Wetterdienst können im Harz am Mittwoch noch bis zu 25 Liter pro Quadratmeter fallen. Dort waren seit Dienstagmorgen innerhalb von 24 Stunden gebietsweise mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen worden - so viel wie durchschnittlich etwa im gesamten Monat Mai. Die meisten Niederschläge hat es bisher in Sargstedt bei Halberstadt gegeben - mit 55,6 Litern pro Quadratmeter.

Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz in Magdeburg gab indessen Entwarnung. Die Wassermassen seien überhaupt nicht mit der Flut im Vorjahr zu vergleichen, zumal es im Einzugsgebiet der Elbe in Tschechien kaum geregnet habe, sagte Hydrologin Antje Rentsch. An der Eine – einem Zufluss zur Wipper im Harz – wurde die Alarmstufe eins ausgerufen, an der Weißen Elster die Meldegrenze. Voraussichtlich werde die Alarmstufe eins trotz weiter steigender Pegel nirgendwo im Land überschritten.

Straßenbahn aus den Gleisen gesprungen

Im Süden Sachsen-Anhalts ist durch die Regenfälle derweil ein Hang abgerutscht. Die Erdmassen stießen in der Nacht zu Mittwoch gegen ein zum Teil bewohntes Haus in Wettin (Saalekreis), das evakuiert wurde, teilte eine Sprecherin des Landkreises in Merseburg mitteilte. Das Technische Hilfswerk sei angerückt, verletzt wurde niemand.

In Halle hat das Unwetter eine Straßenbahn aus dem Gleis springen lassen. Ein Fremdkörper und Sand seien bei dem starken Regen in eine Weiche gespült worden, teilten die Stadtwerke mit. In der Bahn saßen keine Fahrgäste, weil sie kurz vor 4 Uhr am Mittwoch erst auf dem Weg zu ihrem Einsatzort war.

In nördlichen Teilen des Saalekreises wurden in der Nacht zudem mehrere Straßen überspült. Am Vormittag habe sich die Lage aber wieder normalisiert.