Magdeburg (dpa) | Der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt hat sich auch im Mai fortgesetzt. Zwar war die Dynamik nicht mehr so groß wie im März und April, doch die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 10,8 Prozent, wie die Arbeitsagentur am Mittwoch in Halle mitteilte. 126.138 Menschen waren ohne Job, 4641 weniger als im April. Im Vergleich zum Mai 2013 waren 6505 Frauen und Männer weniger arbeitslos.

"Wir beobachten aber immer schlechtere Chancen für Ältere und eine sich verkrustende Langzeitarbeitslosigkeit", sagte Kay Senius, Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit.

Sachsen-Anhalt im bundesweiten Vergleich auf drittletztem Platz

Laut Agentur waren im Mai 29.540 Frauen und Männer im Alter über 55 ohne Job, das waren 900 mehr als vor einem Jahr. Der negative Trend habe auch demografische Ursachen, da die Zahl der älteren Menschen generell steige, sagte Senius. Der Anteil der Arbeitslosen, die länger als ein Jahr ohne Job waren, sei auf 36,5 Prozent gestiegen, im Mai 2013 habe er bei 36,2 Prozent gelegen.

"Der Langzeitarbeitslosigkeit kann nur mit besserer Qualifizierung entgegengewirkt werden", sagte die Geschäftsführerin des Allgemeinen Arbeitgeberverbandes der Wirtschaft Sachsen-Anhalt, Sigrun Trognitz. Es gebe genügend Angebote, die aber noch zu wenig genutzt würden.

DGB-Landeschef Udo Gebhardt zeigte sich erfreut über den Rückgang der Arbeitslosigkeit. "Zur Statistik gehört aber auch, dass wir im Ländervergleich noch immer schlecht abschneiden", sagte er. Laut Arbeitsagentur liegt Sachsen-Anhalt an drittletzter Stelle gleichauf mit Bremen und vor Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.