Manchmal passieren in der Politik tierische Dinge. Um ganz kleine und zuweilen putzige Artgenossen ging es kürzlich im Kommunalwahlkampf. Nördlich des Mittellandkanals sei jetzt ein Hamsterpaar gefunden worden. Da könne es nicht mit rechten Dinge zugehen, polterte Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) auf einer Wahlkampfveranstaltung im Elbe-Städtchen Tangermünde.

Webel kommt aus der Börde und war dort lange Jahre als Landrat eine Art Feld-Webel. Nördlich des Kanals gebe es nur Kies. "Darin lebt kein Hamster", wittert der Minister, dass da ganz bewusst Sand in das Autobahn-Genehmigungsgetriebe gestreut worden ist. Jemand könne die Tiere "ausgesetzt und mit ein paar Rohren einen Bau angelegt" haben. Tierisch sauer ist Webel ohnehin auf den Umweltverband BUND, der mit seinen Klagen am Zeitplan für die A 14 nagt.

BUND-Landesgeschäftsführer Oliver Wendenkampf gilt dabei als ausgemachter Frech-Dachs. Nun legte er per Pressemitteilung ein "umfängliches Geständnis" ab. In den Kellergewölben der Landesgeschäftsstelle und den Wiesen und Wälder des BUND-Ökogartens gebe es ein "streng geheimes Aufzucht- und Aussetzungsprogramm", offenbarte der Landesgeschäftsführer.

In der Altmark mag darüber kaum einer so richtig lachen. Dort macht man mit jedem Jahr Autobahn-Verzug dicke Hamster-Backen. Jüngst bemühte beim politischen Aschermittwoch ein Redner auch ein tierisches Bonmot: "Die A 14 in ihrem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf." Das war gehamstert und vielleicht nicht ganz passend - jedenfalls endete diese Geschichte wenig erfolgreich.