Nienhagen l Fast jeden Abend sitzt Hans-Christian Anders derzeit am Telefon. Der 43-jährige Nienhagener koordiniert die Vorbereitungen für die Gegenveranstaltungen gegen das Rechtsrockkonzert am 28. Juni, das in seiner Heimat stattfinden soll.

Was ihn dieser Tage besonders motiviert, ist die Auszeichnung seiner Initiative als "Botschafter für Demokratie und Toleranz". Das bundesweiten Bündnis für Demokratie und Toleranz hatte vor Kurzem in Berlin das Engagement mit 5000 Euro gewürdigt. "Die Auszeichnung ist für uns eine wichtige moralische Unterstützung", sagt Anders. Das Preisgeld soll in die künftigen Aktivitäten gegen Rechtsrockkonzerte fließen.

"Bislang haben wir unser Engagement immer aus der eigenen Tasche bezahlt", so Anders. Mehr Unterstützung für die Arbeit der Bürgerinitiative würde er sich aus der Politik wünschen. "Ich vermisse bei Innenminister Holger Stahlknecht den Willen, aktiv etwas gegen Rechtsrockkonzerte zu tun", kritisiert Anders.

Sachsen-Anhalt habe sich in den vergangenen Jahren zunehmend zu einem Spielfeld der rechten Szene entwickelt. "In anderen Bundesländern gehen Behörden viel restriktiver gegen solche Konzerte vor", sagt Anders. "Wenn dort verfassungsfeindliche Lieder gespielt werden, erfolgt sofort der Konzertabbruch." In Sachsen-Anhalt seien die Behörden da tolerant.