Fischbeck l "Wir sind gut vorbereitet!" Bürgermeister Bodo Ladwig ist voller Vorfreude auf den Tag, an dem die Fischbecker all den Menschen Danke sagen, die in Fischbeck, Kabelitz und Wust in den Tagen während und nach der Flut geholfen haben - mit Tatkraft und mit Spenden. "Ich rechne am kommenden Montag mit mindestens 500 Gästen, es können aber auch 800 werden. Alle, die wir eingeladen haben, sagten ihr Kommen zu. Und ich denke, dass auch viele Bewohner der Gemeinde und aus dem gesamten Elbe-Havel-Land kommen, um hier in Fischbeck der Katastrophe zu gedenken und Danke zu sagen. Die Versorgung zu planen, ist nicht ganz leicht, aber wir schaffen das schon", kann er sich auf die Unterstützung der Dorfbevölkerung verlassen. 80 Kuchen sind bereits zugesagt, die von Frauen aus Fischbeck und Kabelitz gebacken werden. Die Wuster steuern die Salate bei. Außerdem gibt es Eintopf aus der Gulaschkanone, Bratwurst, ein Spanferkel und drei gebackene Schweine. Etliche Fässer Freibier stehen bereit.

Ab 11 Uhr können die auswärtigen Gäste anreisen. Am Haus der Vereine, wo auf dem Festplatz ein großes Zelt aufgebaut worden ist, beginnt zu diesem Zeitpunkt der Ausschank.

Nach Gottesdienst Fußmarsch zum Deich

Um 13 Uhr startet das Programm mit einem Gottesdienst in/an der Kirche. Er dauert etwa eine halbe Stunde. Dann geht es zu Fuß zur Deichbruchstelle. Der Flussbereichsleiter Reinhard Kürschner wird berichten, wie die Bruchstelle verschlossen worden ist und wieweit die Pläne für den Neubau des Deiches vorangeschritten sind.

Zurück im Dorf, wird Bodo Ladwig ein paar Worte an die Gäste richten. Dankbar ist die Gemeinde für die immer noch nicht abreißende Spendenbereitschaft. So war der Bürgermeister gerade erst am Wochenende wieder in Berlin in der Edeka/Reichelt-Filiale in der Berliner Straße, wo er 2534,90 Euro entgegennahm. Die Auszubildenden hatten im letzten Sommer schon einmal eine Spendenaktion organisiert und jetzt gibt es eine Pfand-Sammelaktion zugunsten der Fischbecker, die auch weiter fortgeführt wird.

Skater-Papst unterstützt Bau einer attraktiven Bahn

Unter den geladenen Gäste ist auch Familie Taubert aus Münster. Sie hatte schon verschiedene Sachspendenaktionen organisiert. Das Ehepaar will sich aber auf Dauer für die Deichbruch-Region stark machen und nachhaltig etwas schaffen, vor allem für die Jugend. Deshalb wurde die Idee geboren, eine Skaterbahn zu bauen, die nicht nur Fischbecker Kindern und Jugendlichen die Freizeit bereichert, sondern allen Sportlichen aus der gesamten Region, auch von westelbisch. Mit diesem Ansinnen hatten sich Tauberts an Dietrich Staats aus Kamern von der Gesellschaft für Arbeitsförderung gewandt, die nach der Flut den Einsatz der Beschäftigten auf dem zweiten Arbeitsmarkt zur Beseitigung der Flutschäden koordinierte. Er schätzt das Engagement von Tauberts sehr und unterstützt sie bei der Umsetzung des Skater-Projektes. "Grundvoraussetzung für die Schaffung der Anlage ist das Interesse der Jugendlichen. Nur, wenn von ihnen das Signal kommt, dass sie an so einer Anlage interessiert sind, dann wird hier auch investiert. Vielleicht gründet man ja einen Skaterverein." Bodo Ladwig würde das begrüßen. Der Sportplatz am Ortsrand bietet genug Platz für die Anlage. Zwei Geräte stehen hier ja schon, aber die sind wenig attraktiv. Generell muss der gesamte Platz nach der Flutung neu gestaltet werden. Das Gebäude ist bereits entkernt. Hier soll nach der Sanierung der Jugendklub, der jetzt noch im Gemeindehaus untergebracht ist, einziehen.

Ein Board mit Til Schweigers Autogramm als Startsignal

Tauberts bringen am Montag ein Skateboard mit, das von Schauspieler Til Schweiger signiert ist. Es soll möglichst vielen anwesenden Skatern übergeben werden als Symbol für den Start des Vorhabens.

Unterstützung gibt es auch vom in der Szene als Skateboard-Papst bezeichneten Titus Dittmann, der wie Tauberts aus Münster stammt. Er ist Organisator von Skateboard-Weltmeisterschaften, Mitglied im Weltverband und hat auch das Board mit Til Schweigers Autogramm besorgt und zur Verfügung gestellt. "Hier steckt wirklich etwas dahinter und es könnte eine große Sache für Fischbeck und die gesamte Region werden", hofft Dietrich Staats, bei den Jugendlichen der Region Zuspruch zu finden. Wer Interesse hat, sollte am Montagnachmittag nach Fischbeck kommen!

Nach dem offiziellen Teil sollen die Flutopfer mit den Helfern gemütlich beisammensitzen, sich noch einmal an den Juni 2013 erinnern und berichten, was sich in den letzten Monaten getan hat und welchen Herausforderungen man sich noch stellen muss.

Die Chaotenband aus Wedel, die im Spätsommer Spenden übergeben hatte, macht Musik. Zwei Minuten nach Mitternacht, als auf die Minute genau vor einem Jahr die Katastrophe ihren Lauf nahm, läuten die Glocken und es gibt auch eine Andacht in der Kirche.