Herigsdorf I Es ist alles vorbereitet für die jährliche Schlammschlacht im Mansfelder Land: Eine erlesene Männerrunde wird sich am Pfingstmontag in Hergisdorf und drei anderen Orten in aller Frühe in den Wald begeben, um eine ordentliche Sauerei abzuliefern.

Mitglieder der Pfingstgesellschaft werden beim "Dreckschweinfest" den Winter austreiben. Davon lassen sie sich nicht abhalten, auch wenn das in diesem Jahr die Sonne schon selbst erledigt hat.

"Es ist einer der ältesten Pfingstbräuche und geht bis in die vorchristliche Zeit zurück", sagt der Vorsitzende der Pfingstgesellschaft, Jürgen Colawo. Den ältesten Nachweis in Hergisdorf gebe es im Kirchenbuch aus dem Jahr 1620.

Die Schweinerei gleicht einem Ritual: Immer wieder springen die schwarz gekleideten "Dreckschweine", die den Winter verkörpern, in ein Loch mit brauner Pampe. Das machen sie so lange, bis die in Weiß gekleideten Läufer, die den sonnigen, leuchtenden Sommer darstellen, mit ihren Peitschen das letzte "Dreckschwein" aus dem Schlammloch vertrieben haben. "Dann ist der Sommer da", sagte Colawo.

Der Sprung in die Pampe ist zwar nur Männern vorbehalten. Aber ganz ohne Weiber geht die Chose nicht. Sie fertigten die Kostüme.

Damit der Nachwuchs der ehrwürdigen Pfingstgesellschaft nicht ausgeht, werden fast jedes Jahr neue Mitglieder aufgenommen. Ein 24-Jähriger wird zu Beginn des Festes in diesem Jahr getauft. Mit Schlamm auf dem Kopf und Eintauchen in die Pampe. 26Mitglieder wird die Gesellschaft dann haben.