Magdeburg I In Sachsen-Anhalt soll Jugendlichen auf ihrem mitunter holprigen Weg von der Schule ins Erwachsenen- und Arbeitsleben mehr als bisher unter die Arme gegriffen werden. Das ist das Anliegen des Netzwerkes der Jugendberufsagenturen. Dabei sollen Arbeitsagenturen, Jobcenter und Jugendämter auf freiwilliger Basis eng zusammenarbeiten. "Wir können es uns nicht leisten, einen Jugendlichen auf dem Weg ins Berufsleben zu verlieren. Sie sind die Fachkräfte von Morgen", sagte der Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Kay Senius.

Ziel sei, dass Jugendliche eine Anlaufstelle für alle ihre Anliegen finden – statt wie bisher verschiedene Einrichtungen aufsuchen zu müssen – und letztlich auch der weitere Abbau der Jugendarbeitslosigkeit. In Sachsen-Anhalt waren im Mai rund 126 100 Menschen arbeitslos, davon rund 9100 Menschen im Alter von 15 bis 25. Die Arbeitslosenquote lag, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, bei 10,8 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit bei 9,8 Prozent (beides Mai).

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (Nürnberg) gibt es in Deutschland 147 Jugendberufsagenturen, weitere Kooperationen auf freiwilliger Basis sollen folgen. Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hatte ein Pilotprojekt für nächstes Jahr angekündigt. 2010 war das Netzwerk bundesweit in zwei Etappen mit rund 20 Standorten gestartet. Sachsen-Anhalt war laut Bundesagentur mit Wittenberg dabei. Landesweit gebe es Kooperationen auf verschiedenen Ebenen, wie etwa in Halle, Bernburg und Stendal, sagte ein Sprecher der Regionaldirektion.

Denn: "In der Lebensphase des Wechsels aus der "Schülerwelt" in ein selbstverantwortetes und unabhängiges Erwachsenen- und Arbeitsleben werden die Weichen für das gesamte Leben gestellt", betonte Senius. Bundesweit sind den Angaben zufolge derzeit rund 107 000 arbeitslose Jugendliche auf Hartz IV und damit auf Hilfe vom Staat angewiesen, in Sachsen-Anhalt sind es rund 6200 junge Männer und Frauen zwischen 15 und 25 Jahren (Mai).