Magdeburg (os) l Auch der Erste Weltkrieg hatte seine komischen Momente. Und wenn es auf dem "stillen Örtchen" in einer Waldlagerstellung ist. Die Herren Soldaten auf dem Bild zeigen auf charmante Weise, woher die Bezeichnung "Donnerbalken" kommt.

Wann und wo die Aufnahme - es ist ein Bild und keine Postkarte - entstand, ist nicht überliefert. Unser Leser Wolfgang Dieterichs aus Magdeburg besitzt sie seit den Spätsommertagen des Jahres 1953. "Ich war damals als junger Mann bei einem Ernteeinsatz in Gutenswegen. Die Karte hing im Speisesaal der LPG", berichtet er. In dieser bäuerlichen Genossenschaft wäre sie bestimmt bald verloren gegangen. Gut, dass sie Wolfgang Dieterichs "gesichert" hat.

Die Hygiene im Schützengraben, insbesondere die "saubere" Verrichtung der Notdurft, war für die kämpfende Truppe aller Armeen im Ersten Weltkrieg von großer Bedeutung. So verteilte die britische Armee an ihre Soldaten eigens ein Handbuch mit praktischen Ratschlägen. Das Buch "Notes from the Front" wurde ab 1915 an die im Stellungskrieg eingebuddelten Einheiten ausgegeben.

In Abwesenheit einer Toilette sollte der Soldat seine Notdurft in eine Keksdose verrichten, war darin zu lesen. Der Abfall sei dann in eine "eindeutig gekennzeichnete Mülltüte" zu entsorgen, die man nach Eintritt der Dunkelheit vergraben könne. Außerdem verlangte das Empire, dass seine Soldaten "zu allen Zeiten korrekt bekleidet und so adrett und sauber wie unter den Umständen möglich" aufträten. Selbst zur täglichen Rasur wurden die Soldaten aufgefordert.