Bernburg l "Drohnen kennt man bisher vor allem im militärischen Bereich, aber auch in der Landwirtschaft können sie knallharte Zwecke erfüllen", erklärte Carl-Albrecht Bartmer, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), am Dienstag in Bernburg.

"In etwa 30 Jahren müssen wir doppelt so viele Menschen auf der Welt ernähren wie heute - das geht nur, wenn wir auf den Anbauflächen mehr produzieren", sagte Bartmer. Die Drohnen sollen künftig über den Feldern schweben und dem Landwirt mit Hilfe ihrer Sensoren Informationen über die Bodenqualität, den Reifegrad und den Gesundheitszustand der Pflanzen liefern. "Dünger und Pflanzenschutzmittel kann der Bauer dann auf den Quadratmeter genau einsetzen und größere Ernte-Erträge erzielen", erläuterte Bartmer. Zudem könnten die Drohnen auch Schäden durch Wildschweine oder Hagel genau orten.

Bei den Feldtagen in Bernburg, zu denen die DLG bis Donnerstag rund 20.000 Besucher erwartet, sind die Hightech-Geräte ein Hingucker. Billig sind sie allerdings nicht. Allein die einfache Ausführung kostet um die 7.000 Euro. Professionelle Geräte, die lange schweben und viele Sensoren tragen können, liegen bei bis zu 50.000 Euro.

"Die Entwicklung der Software für Drohnen dauert etwa drei Jahre und ist sehr teuer", erklärte Ludwig Schrenk, Geschäftsführer des Rostocker Fluggeräte-Herstellers CiS. Die DLG geht davon aus, dass zunächst Dienstleister den Bauern anbieten, ihre Felder mit Hilfe von Drohnen zu vermessen. Der Landwirt braucht sich dann kein eigenes teures Gerät anschaffen und muss sich nicht mit der komplexen Technik befassen.

Bislang kommen Drohnen nur bei landwirtschaftlichen Forschungsprojekten zum Einsatz.