Staßfurt l Auf den Bühnen des Bundeswettbewerbes "Jugend musiziert" ist Cora-Charlotte Jahns längst keine Unbekannte mehr. Die 16-jährige Pianistin aus Staßfurt hat in diesem Jahr bereits zum dritten Mal einen Preis beim Leistungsvergleich auf höchster Ebene errungen. Doch der wiederholte Erfolg zieht alles anderes als Routine nach sich. "Das Gefühl ist kaum zu beschreiben: Man ist aufgeregt, gleichzeitig freut man sich auf den Wettbewerb", sagt Cora.

Angesichts des breiten Teilnehmerfeldes sicherlich nachvollziehbare Gefühle. Acht Tage standen die Städte Braunschweig und Wolfenbüttel im Zentrum desmusikalischen Interesses, denn hier fand Anfang Juni der 51. Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" statt. 2500 Musiker aus allen 16 Bundesländern und 34 deutschen

Schulen im europäischen Ausland hatten sich für den traditionsreichen und renommiertesten Musikwettbewerb Deutschlands über vorausgehende Landeswettbewerbe qualifiziert und spielten in mehr als 1300 Wertungsspielen an 22 Orten der beiden Gastgeberstädte in 17 Instrumental- und Vokalkategorien um Punkte und Bundespreise. Am Ende hatten die 20 Jurygremien entschieden: 412 Teilnehmer erhielten einen ersten Bundespreis, 661 Mal wurde ein zweiten Bundespreis vergeben, 736 Teilnehmer wurden mit einem dritten Bundespreis ausgezeichnet.

"Jedes Stück hat seinen eigen Reiz."

Cora-Charlotte ist in ihrer Alterklasse zweite Preisträgerin im Fach Klavier geworden. "Das ist unglaublich und ich freue mich auf jeden Fall", sagt die junge Musikerin, die als Solistin schon einmal Zweite geworden ist und als Begleiterin im Duo mit Trompeter Nikolai Erpilev aus Aschersleben letztes Jahr sogar den ersten Bundespreis gewonnen hat. Im Bundeswettbewerb und in den Vorrunden spielte Cora-Charlotte ein Programm, das sie mit ihrer Lehrerin Irina Lackmann erarbeitet hat. Es beinhaltete Werke von Frédéric Chopin, Ludwig van Beethoven und Francis Poulenc. "Jedes Stück hat seinen ganz eigenen Reiz", sagt die Pianistin, befragt nach einem persönlichen Favoriten. Aus diesem Grund nehme sie auch alle Stücke beim Üben gleich

ernst. Diese Einstellung hat sie bei "Jugend musiziert" getragen. Als hilfreich empfindet Cora-Charlotte auch das Bewertungsgespräch mit der Jury. Pädagogen und Musiker des entsprechenden Instrumental- oder Gesangsfachs schauen sich die Beiträge an, es gibt eine ausführliche Einschätzung. "Die Bewertung ist auf die Stücke individuell ausgerichtet. Aber sie ist hilfreich, denn ich kann sie auch auf andere Stücke übertragen."

Das Musikschuljahr geht für die Musikerin bald zu Ende. Lernen wird Cora-Charlotte trotzdem. Denn sie erhält seit Kurzem zusätzlich Klavierunterricht von Professor Alexander Meinel in der Nachwuchsförderklasse der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Einmal in der Woche hat sie Unterricht in der sächsischen Metropole. "Hier erfahre ich viele neue Impulse für mein Klavierspiel. Das ist eine wunderbare Chance", sagt die 16-Jährige. Das Instrument ist längst mehr als bloßes Hobby für Cora-Charlotte, es ist musikalische Leidenschaft geworden. Kein Wunder, dass die Jugendliche sich vorstellen kann, auch einmal Klavier zu studieren. Dabei denkt sie aber ganz bodenständig. "Erstmal will ich die Schule gut schaffen", sagt die Zehntklässlerin aus Staßfurt.