Leipzig (dpa) l Bei der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland (DRV) sind kurz vor dem Start am 1. Juli 3.000 Anträge auf die abschlagsfreie Rente mit 63 eingegangen. Die DRV betreut Rentenversicherte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Detaillierte Angaben zu den drei Bundesländern lägen nicht vor, teilte die DRV am Montag mit. Offen sei, ob diese Anträge auch alle bewilligt würden, sagte eine Sprecherin. Die DRV zahlt in den drei Bundesländern zusammen etwa 1,5 Millionen Renten aus. Bei der deutschen Rentenversicherung Bund liegen 6.000 Anträge vor. Wer mindestens 45 Jahre eingezahlt hat, kann vom 1. Juli an mit 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen. Begünstigt sind aber nur die Geburtsjahrgänge zwischen Mitte 1951 und 1963.

Dank robuster Konjunktur und gleichbleibender Beitragssätze verbucht sie momentan steigende Einnahmen. Spätestens ab 2019 werde es vor allem wegen der Rente mit 63 und der Mütterrente höhere Beitragssätze geben, hatte der Vorstandsvorsitzende Detlev Lehmann unlängst prognostiziert. Die deutsche Wirtschaft beobachtet die Entwicklung mit großer Sorge. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, sagte der "Bild"-Zeitung (Montag): "Viele Beschäftigte prüfen derzeit, ob sie mit 63 abschlagsfrei in Rente gehen können. Ich habe die große Sorge, dass letztlich viele Erwerbstätige früher ausscheiden." Das sei ein herber Schlag für die betroffenen Unternehmen, denen letztlich Fachkräfteengpässe drohten.

Laut Bundessozialministerium ist das Interesse an der abschlagsfreien Rente nicht überraschend. Schon nach altem Recht wurden pro Jahr 150.000 Anträge auf Rente mit 63 mit Abschlägen erwartet.