Magdeburg (st) l Die Ersatzkasse Barmer GEK wird bis Mitte 2015 in Sachsen-Anhalt 16 ihrer 31 Geschäftsstellen schließen. Außerdem sollen bundesweit 2000 Stellen abgebaut werden, etliche Mitarbeiter müssen den Arbeitsort wechseln. Grund ist eine vom Barmer-Verwaltungsrat am Donnerstag beschlossene Umstrukturierung, über die die 500 Mitarbeiter im Land am Freitagmittag informiert wurden. Die Kasse will so insgesamt 300 Millionen Euro Verwaltungskosten pro Jahr einsparen. Wie viele Mitarbeiter hier vom Stellenabbau betroffen sind, ist derzeit unklar. Gespräche gebe es ab September, sagte ein Barmer-Sprecher der Volksstimme. Betriebsbedingte Kündigungen schließt die Kasse jedoch nach Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi aus.

Man wolle den Verwaltungsaufwand erheblich reduzieren, aber den Kundenservice ausbauen, teilte Barmer-Landesgeschäftsführer Axel Wiedemann mit. In den 15 künftigen Geschäftsstellen soll es einheitliche Öffnungszeiten und mehr Mitarbeiter geben. Zusätzlich sind ab Frühjahr 2015 im ländlichen Raum mehrere mobile Kundenberater im Einsatz. Außerdem will die Barmer den Telefonservice erheblich ausbauen: Eine Telefongeschäftsstelle mit 185 Kundenberatern soll ab dem zweiten Quartal 2015 in Magdeburg an sieben Tagen pro Woche 24 Stunden erreichbar sein.

Viele Servicefunktionen werden außerdem künftig über das Internet angeboten. Bei Verdi geht man dennoch von Qualitätseinbußen für die Kunden und einer Mehrbelastung für die Beschäftigten aus.

Die Barmer GEK ist mit 297000 Versicherten die drittgrößte Krankenkasse in Sachsen-Anhalt.