Schwanebeck/Nienhagen (dl/cbe) l Mehrere hundert Menschen haben am Sonnabend im Schwanebecker Ortsteil Nienhagen (Harz-Kreis) friedlich gegen ein Skinhead-Konzert demonstriert. Neben lokalen Aktionsbündnissen hatten auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Kirche dazu aufgerufen, friedlich und kreativ gegen das Rechtsrock-Konzert und dessen Teilnehmer zu demonstrieren. Prominenter Vertreter unter den Protestlern war Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU). "Ich habe mich gefreut, dass sich so viele Menschen gegen die rechtsextreme Ideologie engagieren. Ich hätte mich aber auch gefreut, wenn dieses Konzert verboten geblieben wäre", sagte Stahlknecht am Nachmittag.

Vor dem Konzert hatte es ein juristisches Tauziehen gegeben. Der Veranstalter konnte sich vor dem Oberverwaltungsgericht gegen ein von den Behörden erlassenes Verbot durchsetzen.

Die Polizei registrierte bis in die Abendstunden keine nennenswerten Zwischenfälle. Nach Angaben eines Sprechers waren rund 1150 Besucher zum Skinhead-Konzert gekommen. Die Zahl der Protestierenden gab er mit zeitweilig bis zu 150 an. Hans-Christian Anders von der Initiative "Nienhagen rechtsrockfrei" sprach von bis zu 400 Demonstranten.

Um das Konzert und die Demonstrationen dagegen abzusichern, war die Polizei mit rund 600 Einsatzkräften aus Sachsen-Anhalt, Niedersachen und Nordrhein-Westfalen vor Ort.

Bilder