Klötze l Die Gefahr für Menschen in der Einheitsgemeinde Klötze, mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners in Kontakt zu kommen, ist aktuell eine nicht zu unterschätzende. Die Folgen können Reizungen der Haut und Atemwege, in besonderen Fällen extreme allergische Reaktionen sein.

Auf Anfrage der Volksstimme informiert die Pressestelle des Altmarkkreises Salzwedel, dass der Eichenprozessionsspinner derzeit flächendeckend im Altmarkkreis Salzwedel vorkommt. Für diese Gefahrenabwehr, so die Kreisverwaltung, sind die Ordnungsämter zuständig. Also für die Einheitsgemeinde Klötze eben das Ordnungsamt der Stadt. Befallene Eichenbäume, die auf privatem Grund und Boden stehen, fallen allerdings aus dieser Zuständigkeit. Dort müssen sich die jeweiligen Eigentümer selbst um eine geeignete Schädlingsbekämpfung kümmern. Verantwortlich für die Überwachungs-, Vorsorge- und Bekämpfungsmaßnahmen sind nämlich die Eigentümer oder Nutzungsberechtigten der Grundstücke, so die Information aus der Kreisverwaltung.

Allergische Reaktionen nach Kontakt sind die Regel

Da bereits "einzelne Personen eine Raupendermatitis erlitten haben", empfiehlt der entsprechende Fachdienst der Kreisverwaltung, stark befallene Areale zu meiden. Die betroffenen Hautregionen beginnen stark zu jucken und röten sich. Das sind pseudoallergische Reaktionen, die durch Ausschüttung bestimmten Botenstoffen hervorgerufen werden können. Möglich sind auch allergische Verläufe, die eine sofortige notfall- oder medizinische Versorgung erforderlich machen können.

Durch den Eichenprozessionsspinner befallene Regionen wurden teilweise durch Aufstellen von Warnschildern oder durch Absperrmaßnahmen kenntlich gemacht. Die Kreisverwaltung wie auch das Ordnungsamt der Stadt Klötze favorisieren aktuell die mechanische Bekämpfung, also das Absaugen der Gespinste. Eine zeitaufwendige, jedoch effektive Methode. Die rechtzeitige Beseitigung der Gespinste verhindert zudem das Ausfliegen der Falter und damit die nächste Generation der Eichenprozessionsspinner im folgenden Jahr, so die Pressestelle. Diese Entfernung der giftigen Spinner sollten jedoch nur von Spezialfirmen mit entsprechender Technik und persönlichen Schutzmitteln ausgeführt werden. Zahlreiche Aktionen fanden hierzu 2014 in den Einheitsgemeinden und der Verbandsgemeinde statt. Andere Maßnahmen waren Ausschilderungen, Absperrungen und die chemische Bekämpfung.

Auch Privatleute haben mit Bekämpfung begonnen

Vordringlich, so die Presseinformation, fanden die Maßnahmen in besonders sensiblen Bereichen wie Kindereinrichtungen, Dorfplätze, Bushaltestellen statt. Ebenfalls sind zahlreiche Privatpersonen ihren Verpflichtungen zur sogenannten Verkehrssicherung nachgekommen, in dem sie die Beseitigung des Eichenprozessionsspinners eingeleitet haben. Die Gefahr, dass sich die Spinnerbrut in Bäumen niederlässt, ist keine vom Baum aus gehende Gefahr, so der Hinweis der Kreisverwaltung.

Auch nachdem die Raupen sich zu Schmetterlingen verwandelt und das Gespinstnest verlassen haben, bleiben diese wie leere, dunkle Säckchen an den Ästen hängenden Gespinste eine Gefahr. Sie sind voll mit den aggressiven Härchen, die ihre Wirkung auch noch nach Monaten auslösen können, warnen Fachleute auch vor solch einem späteren Kontakt im Herbst.