Magdeburg l Die CDU will eine zweite Schulschließungswelle im Jahr 2017 verhindern. Nach geltender Rechtslage müssen Grundschulen dann 80 Schüler erreichen, in dünnbesiedelten Gegenden 60. Das ist mehr als in diesem Sommer. "Wir brauchen deshalb eine Änderung des Schulgesetzes", sagt Gunnar Schellenberger (CDU), Vorsitzender des Bildungsausschusses im Landtag.

Seine Partei setzt auf Schulverbünde. Bereits vor der Kommunalwahl hatte sich die CDU damit vom Kurs des sozialdemokratischen Kultusministers Stephan Dorgerloh abgesetzt. Jetzt will sie ihren Vorstoß in den Landtag einbringen. Im September kommt das Thema im Bildungsausschuss auf die Tagesordnung, kündigt Schellenberger an.

In einem Schulverbund führt jeweils eine größere Grundschule eine Außenstelle oder sogar mehrere. Das Land spart dadurch Schulleiterstellen, Lehrer und Gebäude müssen allerdings weiter bezahlt werden. "Wir wollen aber kurze Wege für kurze Beine", sagt CDU-Mann Schellenberger. Möglichst im kommenden Jahr solle das Schulgesetz geändert werden, damit die Kommunen rechtzeitig planen können.

Skepsis gibt es hingegen in der SPD. "Wir haben das Konzept vom Koalitionspartner noch nicht bekommen," sagt Corinna Reinecke, bildungspolitische Sprecherin der SPD. Sie verweist zudem darauf, dass Sachsen-Anhalt im Bundesschnitt schon jetzt sehr kleine Schulen habe.

Schulverbünde gibt es bereits in mehreren Ländern. In Nordrhein-Westfalen etwa haben sich SPD, CDU und Grüne darauf verständigt, dass kleine Grundschulen als Außenstellen erhalten bleiben dürfen. 46 Schüler sind dafür nötig, sie werden in zwei jahrgangsübergreifenden Klassen unterrichtet. In Brandenburg liegt die Untergrenze einer Grundschule bei lediglich 45 Schülern. In zwei Ausnahmefällen hat das Bildungsministerium Außenstellen mit noch weniger Schülern genehmigt. Künftig soll es diese Lösung häufiger geben - das empfiehlt Brandenburgs Demografiekommission.