Magdeburg | EU-Energiekommissar Günther Oettinger sieht seine Zukunft als Wettbewerbs-Komissar der Europäischen Union. "Ich denke, dass ich zum Beispiel in Bereichen, die mit Wirtschaft, Wettbewerbsfähigkeit und freiem Wettbewerb zu tun haben, meinen Beitrag in der nächsten Kommission leisten könnte", sagte Oettinger der Magdeburger Volksstimme.

Über seine erneute Nominierung für ein Amt als Kommissar freue er sich. Es sei positiv für Angela Merkel und die Regierung, dass es intern eine rasche Einigung auf einen gemeinsamen deutschen Kommissar gegeben habe. "Ich glaube, dass ich dank meiner Erfahrung ein wichtiger Teil der neuen Kommission unter Jean-Claude Juncker sein kann", sagte der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg.

Im Hinblick auf die Energiesicherheit und den Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland kündigte Oettinger an, dass sich die EU-Mitgliedsstaaten auf jede mögliche Entwicklung vorbereiten würden. Im Augenblick plane die EU Stresstests um wunde Punkte im europäischen Energiesystem zu identifizieren. "Im Oktober wollen wir Ergebnisse und Vorschläge vorlegen, um dann in den Mitgliedsstaaten auf jede mögliche Entwicklung im Winter vorbereitet zu sein."

Oettinger regte zudem eine gemeinsame EU-Energieaußenpolitik an. Die Europäische Union sei der größte Energiemarkt der Welt. Das Ziel müsse sein, auf Augenhöhe mit den großen Energie-Exportländern zu verhandeln. "Mit einer gemeinsamen Stimme haben wir eine Marktmacht. Wir sollten alles tun, um diese Marktmacht aufzubauen", so Oettinger.