Magdeburg l Seit 1976 hat der Rotehornpark mit dem Elbeseitenraddampfer "Württemberg" eine besondere Attraktion. Doch die wurde zuletzt zweifach stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Erhalt wird für die privaten Betreiber zum Kraftakt. Doch Uwe Bunk und seine Mitstreiter von den Dampferfreunden wollen ihn meistern: "Der riesige Aufwand ist dadurch gerechtfertigt, dass alle Arbeiten dem Erhalt eines der ältesten Zeitzeugen der Elbeschifffahrt dienen."

Was war geschehen? "Ein im Jahr 2012 verursachter Schaden durch Rohrbruch in der Kombüse des Schiffes breitete sich großflächig im Gastrobereich aus. In dessen Folge wurde der Gaststättenbereich im Achterschiff sehr aufwendig und mehrere Monate andauernd saniert", erklärt Uwe Bunk.

Quasi mit Fertigstellung der Reparaturarbeiten der nächste Schock für die Magdeburger Dampferfreunde: die Elbeflut im Juni 2013. Die traf auch die "Württemberg" empfindlich. "Dieses Mal waren die gesamten Innen-, aber auch die Außenbereiche betroffen. Das Ausmaß an Zerstörung war immens groß, auch heute sind die Folgen noch deutlich spürbar", so Bunk. Die Dampferfreunde legten einen Vier-Stufen-Plan zur Rettung des inzwischen 105 Jahre alten Seitenraddampfers auf, und jede Etappe für sich ist ein eigenes Großprojekt:

1. Aufräum- und Trocknungsarbeiten, 2. Wiederaufbau der Gastronomie, 3. Wiederaufbau des musealen Teils und Restaurationsarbeiten mit neuem Anstrich der Decksaufbauten sowie des Schiffskörpers, 4. Wiederaufbau Außenanlagen.

Wie steht es heute, ein Jahr nach der Flut, um das einzigartige technische Denkmal.

"Die Aufräum- und Trocknungsarbeiten sind im Wesentlichen abgeschlossen", so Bunk: "Die mehrheitlich in Holz gehaltenen Aufbauten im Inneren des Schiffes waren in Folge der Flut zerstört und mussten beseitigt sowie der innere Bereich vollständig entkernt werden. Bis auf den Dampfmaschinen- und den Dampfkesselraum erhielt der SD ,Württemberg` einen neuen inneren Anstrich. Rost und alte Farbe sind gänzlich verschwunden."

Inzwischen hat auch die Gaststätte im Achterschiff wieder geöffnet. Momentan vorrangig ist aus Sicht der Dampferfreunde die Restaurierung des Dampfmaschinen- und des Dampfkesselraumes im Schiffsinneren. Bunk: "Diese Arbeiten sollen planmäßig im Jahr 2015 abgeschlossen sein. Da hier jedoch mit größter Sorgfalt herangegangen wird, ist die Umsetzung extrem aufwendig und daher auch langwierig." Nach der Fertigstellung soll für Besucher auch wieder der museale innere Teil des Dampfers offen stehen.

"Um die Korrosionsschäden an den Decksaufbauten fachgerecht zu beseitigen, beginnen entsprechend notwendige Arbeiten noch in diesem Jahr", so Bunk weiter. "Die Arbeiten an den Außenanlagen werden erst im nächsten Jahr in Angriff genommen." Dabei müssten Wege, Treppen, Terrassen und diverse Ausstellungsstücke aus der Binnenschifffahrt repariert und restauriert werden.

Wie aus einem Informationspapier für den Stadtrat hervorgeht, wurden zur Schadensbehebung bisher rund eine halbe Million Euro eingesetzt. Die weiteren Investitionsvorhaben bis voraussichtlich 2017 haben demnach einen Gesamtumfang von noch einmal etwa 1 Million Euro. Ein Teil davon soll durch Fördermittel aufgebracht werden. Ziel sei ein Neuanstrich des Dampfers nach Originalvorlagen aus dem Jahr 1908/1909.