Die neue B 6

Die 87 Kilometer lange vierspurige B 6 zwischen Bernburg und Vienenburg wird längst als "Nordharz-Autobahn" bezeichnet. Die Ost-West-Achse zwischen A 14 und A 395 ist seit Ende 2011 komplett befahrbar. Bis dahin flossen 525 Millionen Euro in den Bau. In den nächsten Jahren wird die B 6 dreispurig bis zur A 9 verlängert. Nach Fertigstellung misst sie 127 Kilometer, die Gesamtkosten liegen bei 700 Millionen Euro.

Halberstadt l Wenn der Harzer Landrat Martin Skiebe (parteilos) dieser Tage mit seinen niedersächsischen Amtskollegen zusammenkommt, ist ein Thema immer auf der Agenda: Die Aufwertung der vierspurigen Nordharz-Bundesstraße 6 zur Autobahn.

Seit Fertigstellung der Trasse zwischen der Autobahn 14 bei Bernburg und der A 395 im niedersächsischen Vienenburg wird das Thema vor allem im Harz diskutiert - sowohl in Sachsen-Anhalt als auch auf niedersächsischer Seite. Die Nordharz-Region, so der Tenor, könnte wirtschaftlich profitieren, wenn die vollwertige Einbindung ins bundesdeutsche Autobahnnetz auf Karten auch als solche verzeichnet wäre. "Unser Problem ist, dass die B6 aus der Ferne nicht als Autobahn erkennbar ist", bringt es Skiebe auch mit Blick auf Touristen auf den Punkt.

"Wir haben schon Ende 2012 einen Antrag gestellt, das Projekt in den Bundesverkehrswegeplan 2015 aufzunehmen, und ihn zwischenzeitlich noch einmal bekräftigt", betont Peter Mennicke vom Magdeburger Verkehrsministerium. Rainer Bomba (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, signalisierte bei einem Besuch im Harz die Unterstützung des Bundes.

Baubeschränkungen bis zu 100 Meter

Parallel dazu hat das Land die nötigen Hausaufgaben erledigt. Dazu gehörten insbesondere planerische Punkte. So gelten neben Autobahnen auf einem bis zu 100 Meter breiten Streifen bauliche Beschränkungen, neben Bundesstraßen sind es nur 40 Meter. Die Abstimmungen mit Harz- und Salzlandkreis seien gelaufen. "In der Ausweitung der Baubeschränkungen sehen die Kreise keine größeren Probleme," so Mennicke.

Niedersachsen signalisiert Zustimmung zu den Plänen und prüft ebenso wie Sachsen-Anhalt gegenwärtig rechtliche Details, erklärt eine Sprecherin des Verkehrsministeriums. Die Niedersachsen wollen ihren Antrag von der Landesgrenze über Vienenburg hinaus bis Bad Harzburg ausdehnen.

Kommt die Aufstufung zur Autobahn, bekäme die Region mit jahrelanger Verspätung ihre Nordharz-Autobahn. In den 1990er Jahren drohte eine solche Autobahn aus Kostengründen zu scheitern. Deshalb wurde die autobahnähnliche B 6 als Kompromiss realisiert - immer in der Hoffnung auf eine spätere Aufstufung.