Dem 1:0 von Mats Hummels in der 13. Minute folgten 77 Minuten Hoffen und Bangen, das sich auch in Sachsen-Anhalt in einem befreienden Freudentaumel entlud.

Magdeburg (vs) l Zwölf Minuten lang herrschte Ebbe im Meer der zirka 3500 Zuschauer im "Mückenwirt" in Magdeburg - und dann kam die Flut, und sie kam gewaltig. Tooooor! Jeder Ballgewinn bis zur letzten Parade von Torwart Manuel Neuer wurden frenetisch beklatscht, bis um 19.54 Uhr der Abpfiff ertönte

Dirk Roswandowicz (42), früherer FCM-Kicker und heutiger SCM-Präsident, der mit Familie das Geschehen von der "Mückenwirt"-Terrasse verfolgt hatte, meinte: "Genauso hätte ich die Mannschaft heute auch aufgestellt. Jetzt sind wir unter den besten vier, und das Team hätte sich auch den WM-Titel verdient." "Ein tolles Ergebnis", freut sich Michael Hopfe (38) aus Stendal, der im Familienzentrum Färberhof in Stendal das Spiel zusammen mit anderen Fußballfans verfolgte. Organisiert hatte es seine Frau Aurélie - eine gebürtige Französin. "Jetzt können wir auch Brasilien schlagen - die haben ja in letzter Zeit auch nicht so toll gespielt."

300 Fans verbreiteten im Salzwedeler "Hanseat" Stadionatmosphäre. Mit dem Schlusspfiff begann die Siegesfeier - die Salzwedeler zog es aus den Bars und Kneipen auf die Straße.

Das Café Canapé in Halberstadt war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Spannung unter den Studenten in ihrer Stammkneipe stieg im Verlauf der zweiten Halbzeit. Nach dem Schlusspfiff war die Zuversicht groß, dass die Mannschaft von Joachim Löw den Titel in Brasilien holen kann. Der 22-jährige Andreas glaubt an Costa Rica als Finalgegner.

Bis zur letzten Minute herrschte beim gemeinschaftlichen Zuschauen in Schönebeck große Anspannung. In der evangelischen Kirchgemeinde St. Jakobi kamen rund 35 kleine und große Fuballfans zusammen und fieberten mit der Löw-Elf mit. Einer von ihnen war Stephan Wendrock (59). "Ich schaue nicht jedes Spiel der Bundesliga, aber wenn die Nationalmannschaft aufläuft, bin ich dabei", sagte er.

Gerd Wille (72) aus Burg meint: "Hummels war der beste Spieler im deutschen Team, hat Stabilität in die Mannschaft gebracht und das Tor mehr als verdient." Das findet auch Karin Hillmann (42) aus Zerbst, für die Hummels und Müller die Besten waren.

Henrich Schmidt (50) aus Genthin atmete nach dem Sieg erleichtert auf. "Jetzt muss unser Team aber einen Zahn zulegen. Es war ein sehenswertes Tor, aber über viele Strecken hat sich die Elf durchgestolpert."

   

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