Die Sicherungsmaßnahmen am Kalbenser Burggiebel, am Palas, am Hausmannsturm und an der dortigen Kapelle sollen im August beginnen. Ende Juli erfolgt die Submission. Und dann entscheidet sich, ob die veranschlagte Summe überhaupt ausreicht.

Kalbe l Die Kalbenser Burgruine bröckelt. Das Problem ist seit langem bekannt und sollte eigentlich schon 2013 in Angriff genommen werden. 125000 Euro hatte die Stadt dafür in den Haushalt eingestellt, wobei 75 Prozent der Nettobausumme über das Leader-Programm gefördert werden sollen.

Ob diese Summe nun jedoch ausreicht, bleibt abzuwarten. Denn es sind erhebliche Nebenkosten entstanden - verursacht durch die Auflagen der Denkmalschutzbehörde. So musste mithilfe des sogenannten Photogrametrieverfahrens, bei dem Bauwerke mit Spezialkameras Schicht für Schicht aufgenommen werden, erst einmal festgestellt werden, wann welcher Teil der Burg entstanden ist. Auf dieser Basis wurde dann festgelegt, welche Materialien für die dortigen Sanierungsarbeiten in Frage kommen, und welche eben nicht. Dazu waren im April ein Bauforscher und ein Restaurator vor Ort. Die bereits erstellten Planungsunterlagen mussten anschließend an die von den beiden Fachleuten vorgelegten Ergebnisse angepasst werden.

Um noch in den Genuss der Fördermittel zu kommen - die Leader-Förderperiode lief schon vergangenen Jahr aus - "müssen wir es aber unbedingt noch 2014 zu Ende bringen", informierte Bürgermeister Karsten Ruth während der jüngsten Stadtratssitzung. Ausgeschrieben sind die Sanierungsarbeiten bereits. Die Submission ist für Ende Juli vorgesehen. Abzuwarten bleibt, wie dann die Angebote aussehen werden. Denn danach entscheidet sich, ob die geplante Summe ausreicht oder ob beim eigentlichen Bauvorhaben Abstriche zu machen sind beziehungsweise ob die Stadt finanziell noch einmal etwas nachlegen muss. Die Chancen, auch für einen eventuellen Nachtrag Fördermittel zu erhalten, stünden nach Rücksprache mit dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten jedenfalls nicht schlecht, hieß es dazu aus dem Fachamt.

Schließlich ist die Kalbenser Burgruine, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, von überregionaler Bedeutung. Und Anwohner und Gäste müssen dort vor herausbröckelndem Putz und Steinschlag geschützt werden.