Magdeburg I Mit ihrer neuesten Disziplin ist die Hochschule Magdeburg-Stendal einsame Spitze. Das meint zumindest Dr. Heribert Münch. Der Professor am Institut für Maschinenbau verkündete gerade mit einem Aushang auf dem Campus einen "absoluten Institutsrekord, der für mich immer unvorstellbar war". Die neue, nach seiner Kenntnis "bislang unbekannte Disziplin" befasse sich mit der "Konsequenten Kompetenzvermeidung". Magdeburger Studenten hätten darin "nie gekannte Erfolge" erzielt.

Darauf gestoßen war Ingenieur Münch unlängst bei der Korrektur einer Klausur zu "Elektrischen Maschinen". "Der erste Platz, die Bestmarke, wurde mit einer Zahl von null Punkten erreicht", heißt es in Münchs Memorandum. Auch der Inhaber des zweiten Platzes habe mit einem Punkt das Minimun nur knapp verfehlt. "Beide haben in der neuen Disziplin perfekt agiert", schätzt der Magdeburger Wissenschaftler ein.

Münchs Aushänge haben an der Magdeburger Hochschule bereits Kultstatus. Er erfülle damit seinen erzieherischen Auftrag, erklärt Münch auf Nachfrage. "Mit schlechten Noten haben die Absolventen schließlich keine Chance auf dem Arbeitsmarkt."

Seinen Kompetenzverweigerern schreibt er ins Stammbuch: "Man sieht sich immer zweimal im Leben." An der Hochschule gelte aber: "Man sieht sich nicht mehr als dreimal."