Staßfurt l Den Hingucker der Ausstellung bestätigte wie viele andere Besucher auch Andreas Blenk, der mit Sohn Vincent aus Magdeburg zum Aktionstag nach Staßfurt gekommen war. Sie hatten von Freunden von dem Termin erfahren. Die Mama musste leider mit Sommergrippe das Bett hüten. Der siebenjährige Sohnemann setzte sich also gleich ans Steuer eines feuerroten Trabant-Cabrios, als die Magdeburger die riesige Halle betraten. Wie zu Hause - "Wir besitzen ja einen Trabant 500, Baujahr 1959 und den dazu gehörigen Wohnanhänger, Baujahr 1976", verriet der Papa. Er interessiere sich aber für andere alte Autotypen, betonte er noch. Und Vincent wollte auch noch den ausgestellten Ikarus-Bus fahren - das kann er nämlich zu Hause nicht.

"Wir sind doch mit diesen Fahrzeugen groß geworden."

Roswita und Udo Hesse aus Wiesenburg erfuhren aus der Zeitung vom Aktionstag in Staßfurt. Sie fanden nicht das erste Mal den Weg ins Fahrzeugmuseum. Der Trabant mit Zelt auf dem Dach ist für sie immer wieder ein Highlight. Udo begründete den Besuch: "Wir sind doch mit diesen Fahrzeugen groß geworden. Auch wir waren einmal Trabantbesitzer."

Museumschef Ingo Schramm beschreibt die Sonderausstellung: "Hier können die Besucher Dutzende von Trabants, alle irgendwann einmal gebauten Versionen, betrachten. Auch viele Eigenbauvarianten und Umbauten." Zum Beispiel erschufen findige Bastler aus dem DDR-Kultauto auch einen Traktor für die Gartenbearbeitung. Und Baugruppen vom Trabant sind für die vielen Oldtimer-Trabis immer noch sehr begehrt. Allerdings verliere der Aktionstag als Ersatzteilbörse an Bedeutung, bedauert Schramm etwas. An deren Stelle trete das Internet mit Billigangeboten vor allem aus östlichen Nachbarländern.

"Komm rüber, ich habe dabei Ersatzteile gefunden."

Aber auch folgendes war während der Ausstellung zu erleben - ein Gespräch unter Nachbarn: "Ich habe meine Garage ausgeräumt und dabei Ersatzteile gefunden. Du hast doch zwei Trabis. Komm rüber. Vielleicht kannst Du was gebrauchen." Danach wurde eine Unglücksstory aus der Nach-Wende-Zeit erzählt. "Eine Fahrt nach Celle verlief ohne Probleme. Doch auf der Heimfahrt gab es zunächst einen Steinschlag, und die Frontscheibe ging zu Bruch. Als ich im Baumarkt Plexiglas gekauft, individuell angepasst hatte und weiterfuhr, fiel auf der A 2 die Lichtmaschine aus und riss ein Loch in den Unterboden. Die Pannenhilfe kam und kam aber nicht. Schließlich stellte sich nach zwei Stunden heraus, dass ich eine falsche Angabe des Pannenortes gemacht hatte. Und das Fazit war: Die lange Tour hingefahren, Spaß gehabt - aber die Rückfahrt total versaut." Diese Geschichte erzählte Stefan Endert, Mitglied der Schönebecker Trabantfreunde, die gleich mit zwei Autos nach Staßfurt gekommen waren.

"Außer Verschleißteile war noch nichts kaputt an meinem Trabant."

Und mit Stolz fuhr er - auf seinen Trabant zeigend - fort: "Außer Verschleißteile, wie Bremsen, Lichtmaschine, Batterie, Reifen und Felgen war noch nichts kaputt an meinem Trabant:" Derlei Geschichten wurden an diesem Aktionstag viele erzählt. Ja, wenn Trabantfans unter sich sind...

Mit dem Umzug von Glöthe nach Staßfurt hat das Fahrzeugmuseum in Qualität und Präsentation der Exponate einen Quantensprung vollbracht. Es brauchte deshalb auch gar nicht viel umgeräumt werden, um die zahlreichen Trabis in allen Varianten und Versionen den Besuchern zu präsentieren.

Kerstin und Ingo Schramm haben hier eine echte Attraktion für die Besucher der Salzstadt geschaffen. Mit dem Aktionstag wurde die aktuelle Sonderausstellung "Du und Dein Trabant" im Fahrzeugmuseum gestartet.

Bilder