Kleider aus Algenfasern, Jeans aus recycelten Plastikflaschen und rhabarbergegerbtes Leder - bei der 15. Ausgabe der Berlin Fashion Week wird grüne Mode großgeschrieben. Seit 2007 trifft sich die Modewelt zweimal pro Jahr in der Hauptstadt.

Größte Umstellung für die rund 200000 Fachbesucher im Juli: Weil die Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor mit der Fanmeile zur Fußball-WM belegt ist, musste die Fashion Week ihren Stammplatz für das Modezelt dort räumen und ins Erika-Hess-Eisstadion im nicht gerade angesagten Arbeiterviertel Wedding umziehen. Mit viel weißer Farbe und 600 Scheinwerfern wurde die abgetaute Eisfläche zum Runway für die 40 geladenen Labels aufgepeppt.

Die Berlin Fashion Week besinnt sich auf eigene Stärken. Statt weiter den glamourösen Großevents in New York und London, Mailand und Paris nachzueifern, sind Innovation, Offenheit und Kreativität gefragt. Berlin ist der Trendort für junge Modelabels. Allein seit 2009 ist die Zahl der Unternehmen in der Berliner Modebranche um knapp ein Drittel auf 3500 gestiegen, die Umsätze nahmen um zwei Drittel auf fast drei Milliarden Euro zu.