Berlin (dpa) l Die Lebensverhältnisse in Ostdeutschland nähern sich dem Westniveau nach Expertenansicht nur noch sehr langsam an. "Der Osten hat eine starke Aufholphase in den 90er Jahren gehabt." Jetzt sei dieser Aufholprozess zwar nicht zum Stillstand gekommen; aber er "schleiche sich fort", sagte Klaus Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Besonders wichtig sei es für den Osten, auf die demografische Entwicklung zu reagieren, gekennzeichnet durch Abwanderung und Überalterung - "die schlägt dort viel schneller zu als im Westen". Brenke plädierte für einen Strategiewechsel. Man sollte nicht mehr wie bisher darauf setzen, "mit möglichst billigen Löhnen und niedrigen Kosten im Wettbewerb mithalten zu können"; sondern stärker auf Innovation und Qualität. Dies müsse von den Unternehmen ausgehen.

Der DIW-Experte warnte davor, an den Universitäten zu sparen.