Magdeburg l Der Kampf gegen steigendes Grundwasser und nasse Böden wird in Sachsen-Anhalt noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Aus einem 30-Millionen-Euro-Topf für Maßnahmen gegen die Vernässung seien bislang 15 Millionen Euro verplant, sechs Millionen Euro seien ausgegeben, sagte die Landtagsabgeordnete Brigitte Take (CDU) als Vorsitzende des zeitweiligen Ausschusses für dieses Problem am Dienstag in Magdeburg. Dort stellte der Ausschuss nach dreijähriger Arbeit seinen Abschlussbericht vor.

Laut Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft sind 27 Prozent der Fläche Sachsen-Anhalts vernässungsgefährdet. Besonders betroffen sind die Kreise Anhalt-Bitterfeld, der Salzlandkreis, der Saalekreis, der Landkreis Wittenberg, Mansfeld-Südharz sowie die Stadt Dessau-Roßlau. Die Ursachen für die unter Wasser stehenden Felder und feuchten Keller seien vielfältig: etwa die vernachlässigte Pflege von Gräben und Fließgewässern, Auswirkungen stillgelegter Bergwerke, die Flutung ehemaliger Tagebaue und die geringere Entnahme von Grundwasser für Trinkwasserzwecke.

Doch es gebe erste Lösungsansätze: "Wir haben schon einen deutlichen Fortschritt bei der Unterhaltung der Gräben und Fließgewässer", so Take. Es sei sinnvoll, den Unterhaltungsverbänden über eine erhöhte Umlage mehr Geld zufließen zu lassen. Insgesamt müssten Landkreise und Städte stärker bei der Lösung der Wasserprobleme zusammenarbeiteten, betonte Take. Niemand dürfe die eigenen Probleme auf Kosten der Nachbarn lösen. Bauordnungsämter sollten künftig auf bestehende Wasserprobleme hinweisen und darauf dringen, dass Häuser ohne Keller oder mit schützenden Wannen gebaut werden. Der Ausschuss empfiehlt zudem ein nachhaltiges Wasserresourcenmanagement sowie die Erstellung eines Vernässungs- und Erosionskatasters, das auch öffentlich zugänglich ist.