Viel Lärm um den Donnerbalken: Der US-amerikanische Wasserhahn-Hersteller "Water Saver" (Chicago) hat angewiesen, dass jeder Arbeiter pro Tag nur noch sechs Minuten aufs Klo darf. Wer länger braucht, kassiert eine Abmahnung.

Allerdings: Einen Bonus für Enthaltsamkeit gibt es auch. Wer nur einmal täglich (in der Mittagspause!) die "00" betritt, der kriegt pro Tag einen Dollar gutgeschrieben - ab 20 Dollar winkt ein Geschenkgutschein. Der könnte, nur so eine Idee, für eine mobile Büro-Toilette mit integriertem Arbeitsplatz eingetauscht werden.

Wie auch immer: Um die Klo-Zeiten zu kontrollieren, hat "Water Saver" ein Zeitmessungssystem eingeführt. Wer sein Geschäft verrichten möchte, muss eine Karte durch ein Lesegerät ziehen.

Firmenchef Steve Kersten beteuert: Wir müssen das so machen. Die 19 Mitarbeiter würden viel zu viel Zeit auf dem Klosett vertrödeln. Handys in der Produktionshalle hat er bereits verboten. Jetzt aber hat ihn der böse Verdacht beschlichen, dass die Mitarbeiter die Einsamkeit des stillen Örtchens dazu nutzen, SMS zu schreiben oder im Internet zu surfen. Allein im Mai, so hat der Boss - aus Zeitgründen wahrscheinlich auf dem Klo - errechnet, seien 120 Produktionsstunden verlorengegangen. Dabei ist das Wasser für die Spülung noch gar nicht berücksichtigt.

Das stinkt zum Himmel, sagt die Gewerkschaft. Der Körper kann nicht immer auf Knopfdruck reagieren, heißt es dort. Stimmt. Und darum, Mister Kersten, kann es für Ihre Idee nur einen Weg geben: Ab in den Orkus! Michael Bock