Magdeburg/Berlin (st/dpa) l 70 Jahre nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 haben die Magdeburger mit einer Gedenkfeier und einer anschließenden Kranzniederlegung am Sonntag des 1901 in Magdeburg geborenen Widerstandskämpfers Henning von Tresckow gedacht.

Henning von Tresckow sei neben dem Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg einer der aktivsten Männer im Widerstand gegen Hitler gewesen, sagte Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper. "Die Frauen und Männer des 20. Juli haben dem Wiederaufbau Deutschlands den Weg bereitet", würdigte Uwe Ried vom Landeskommando Sachsen-Anhalt die Verschwörer. Die Bundeswehr sehe sich in ihrer Tradition.

Bundespräsident Joachim Gauck bescheinigte den Widerstandskämpfern bei einer Feierstunde der Bundesregierung, "ein in die Welt hinaus und in die Zukunft hineinwirkendes Zeichen" gesetzt zu haben. Der 20. Juli habe wie die anderen Widerstandsversuche gegen das NS-Regime auch moralische und politische Bedeutung. Die Bundesrepublik habe daraus Legitimation geschöpft, als sie die Bedeutung des militärischen Widerstands begriffen hätte. Gauck legte, begleitet von Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker, an jenem Ort im Berliner Bendlerblock einen Kranz nieder, wo Stauffenberg in der Nacht zum 21. Juli 1944 gemeinsam mit drei weiteren Widerstandskämpfern hingerichtet worden war. Insgesamt fielen rund 200 Mitverschwörer der Nazi-Justiz zum Opfer. Der 20. Juli 1944 gilt als Symbol des militärischen Widerstands gegen Nationalsozialismus. Stauffenberg deponierte eine Zeitbombe in Hitlers Hauptquartier "Wolfsschanze" in Ostpreußen, doch Hitler überlebte die Explosion leicht verletzt, der Anschlag war gescheitert. Im Magdeburger Haus des Handwerks gab es im Anschluss an die Gedenkveranstaltung eine von Universitätsprofessor Karl-Heinz Paqué organisierte Podiumsdiskussion. Ex-Staatsministerin Irmgard Schwaetzer, General a.D. Karl-Heinz Lather, Historiker Horst Möller, Philosoph Richard Schröder und Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Manfred Stolpe sprachen über das Thema "Ethik des Widerstands".

In den nächsten Tagen veröffentlicht die Volksstimme ein Interview mit Uta von Aretin, der Tochter Henning von Tresckows.