Magdeburg l Carola und Uwe Wilk aus Magdeburg mögen Oldtimer und fahren eine F-8-Cabriolimousine, Baujahr 1953. Nicht täglich, aber gelegentlich. "Zur Ausfahrt, bei Oldtimer-Rallyes oder auch mal am Sonntagnachmittag", erzählen beide.

Über eine Anzeige haben die Wilks das gute Stück 1999 entdeckt; das im Osten hergestellte Auto stand bei einem Besitzer im Westen an der Mosel. Gut erhalten. Dennoch wurde der Wagen komplett und liebevoll restauriert. Wie viel sie ausgegeben haben? Ach, da schweigt der Fan und genießt die gemächliche Fahrt im offenen Wagen.

So 70 bis 75 Kilometer je Stunde sind maximal drin. Ist auch gut, dass es nicht zu schnell wird. Denn: Bremsen ist beim F 8 noch richtige Muskelarbeit. Man muss kräftig treten, ehe überhaupt eine Wirkung zu spüren ist. Uwe Wilk empfiehlt ein "sehr vorausschauendes Fahren".



Zur Historie
Das F steht beim F 8 für Frontantrieb. Die F-Serie, beginnend ab F 1, wurde vom Pkw-Hersteller DKW in Zwickau 1931 auf den Markt gebracht. Die leichten, preiswerten Wagen gehörten zu den weltweit ersten Serien-Pkw mit Vorderradantrieb. Die fuhren sich gutmütiger und hatten baubedingt im Innenraum mehr Platz als die Hinterrädler - für Kleinwagen ein wichtiges Verkaufsargument.

Der F 8 kam 1939 auf den Markt. Um Gewicht und Kosten zu sparen, wurde die Karosse aus Sperrholz gefertigt und mit Kunstleder bespannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Auto in der DDR in Zwickau bis 1955 weitergebaut.

Für die Holz-Variante mussten gut 8.500 Mark hingeblättert werden. Für die Luxusausführung aus Stahl zwischen 11.000 und 14.000 Mark. Das antriebstechnische Erbgut - Fronttriebler, Zweitaktmotor - wurde in den Nachfolgern F 9 und Wartburg sowie P 70 und Trabant übernommen.

Auch im Westen wurde der Wagen fortentwickelt. Die Firma Autounion (Ingolstadt) startete mit dem F 89. Mit dem F 102 endete 1966 im Westen der Bau der Zweitakter. Der F 103 war dann zwar wieder ein Fronttriebler, aber nun mit Viertaktmotor - und hieß Audi.

 

Bilder

Liebhaberstücke mit Seltenheitswert

Magdeburg | Selten kommen die Besitzer von historischen DDR-Fahrzeugen zusammen. Bei einem Treffen der IFA-Freunde in Magdeburg können Besucher die seltenen Fahrzeuge bestaunen und sich überraschen lassen, wie vielfältig die Autoproduktion der DDR einmal war. In der Bilderstrecke stellen wir Sammler mit ihren kostbaren Autos aus Ost-Produktion vor.

  • Carola und Uwe Wilk in ihrem F8.

    Carola und Uwe Wilk in ihrem F8.
    Quelle: Jens Schmidt

  • Der Tachometer des F8 zeigt knapp unter 100.000 Kilometer Laufleistung an.

    Der Tachometer des F8 zeigt knapp unter 100.000 Kilometer Laufleistung an.
    Quelle: Jens Schmidt

  • Der Tank ist halb voll. Oldtimer müssen häufig mit einem Gemisch aus Benzin und Öl betankt werden.

    Der Tank ist halb voll. Oldtimer müssen häufig mit einem Gemisch aus Benzin und Öl betankt wer...
    Quelle: Jens Schmidt

  • Formen aus einer ganz anderen Zeit: Autobauer in der DDR konnten den Fahrzeugen anfangs viel Aufmerksamkeit beim Design von Details widmen.

    Formen aus einer ganz anderen Zeit: Autobauer in der DDR konnten den Fahrzeugen anfangs viel A...
    Quelle: Jens Schmidt

  • Ein Blick ins Cockpit des historischen F8 aus DDR-Produktion.

    Ein Blick ins Cockpit des historischen F8 aus DDR-Produktion.
    Quelle: Jens Schmidt

  • Nach dem Krieg wurden einige Autos in der DDR noch unter dem Namen ihrer alten Marken produziert. Wie der F8, der aus dem VEB Audi-Werk stammt.

    Nach dem Krieg wurden einige Autos in der DDR noch unter dem Namen ihrer alten Marken produzie...
    Quelle: Jens Schmidt

  • Andreas Mattheka benutzt seinen Trabant 600 noch täglich. Das Fahren im Oldtimer empfindet er als minimalistisch und genießt es.

    Andreas Mattheka benutzt seinen Trabant 600 noch täglich. Das Fahren im Oldtimer empfindet er ...
    Quelle: Jens Schmidt

  • Das Autoradio im Trabant ist zwar schon serienmäßig eingebaut, bei 60 Kilometern pro Stunde aber kaum noch zu hören.

    Das Autoradio im Trabant ist zwar schon serienmäßig eingebaut, bei 60 Kilometern pro Stunde ab...
    Quelle: Jens Schmidt

  • Alle Teile in Matthekas Trabant 600 sind noch Originalteile.

    Alle Teile in Matthekas Trabant 600 sind noch Originalteile.
    Quelle: Jens Schmidt

  • Der Blinker verrichtet noch zuverlässig seinen Dienst, die Kratzer im Lack gehören für Andreas Mattheka einfach zum Autofahren dazu.

    Der Blinker verrichtet noch zuverlässig seinen Dienst, die Kratzer im Lack gehören für Andreas...
    Quelle: Jens Schmidt

  • Das Sachsenring-Logo wurde erst spät in der DDR eingeführt, weil Firmen aus dem Westen die Namensrechte hatten.

    Das Sachsenring-Logo wurde erst spät in der DDR eingeführt, weil Firmen aus dem Westen die Nam...
    Quelle: Jens Schmidt

  • Ein Türgriff am Trabant 600. Heute sind solche Teile im Auto aus Kunststoff gefertigt.

    Ein Türgriff am Trabant 600. Heute sind solche Teile im Auto aus Kunststoff gefertigt.
    Quelle: Jens Schmidt

  • Der Wartburg 312 HT von Frank Schuster ist ein seltener und gefragter Oldtimer. Bis zu 30.000 Euro können diese Wagen heute wert sein.

    Der Wartburg 312 HT von Frank Schuster ist ein seltener und gefragter Oldtimer. Bis zu 30.000 ...
    Quelle: Jens Schmidt

  • Der Wartburg Hardtop ist eines von wenigen offiziell hergestellten Cabrios aus den Autofabriken der DDR.

    Der Wartburg Hardtop ist eines von wenigen offiziell hergestellten Cabrios aus den Autofabrike...
    Quelle: Jens Schmidt

  • Das Wartburg Logo in Farbe. Erst später wurde das Emblem auf den Wagen schwarzweiß.

    Das Wartburg Logo in Farbe. Erst später wurde das Emblem auf den Wagen schwarzweiß.
    Quelle: Jens Schmidt

  • Im Vergleich zu den Auto-Cockpits von heute wirkt es beim Wartburg sehr übersichtlich.

    Im Vergleich zu den Auto-Cockpits von heute wirkt es beim Wartburg sehr übersichtlich.
    Quelle: Jens Schmidt

  • Die Rücklichter des Wartburg 312HT erinnern schon an die Formen der späteren Modelle.

    Die Rücklichter des Wartburg 312HT erinnern schon an die Formen der späteren Modelle.
    Quelle: Jens Schmidt