Das Gesundheitsforschungsinstitut Iges hat in einem Gutachten festgestellt, dass eine hohe Vergütung Ärzte nicht in dünn besiedelten Regionen lockt.

Zwischen 2009 und 2012 lagen die Umsätze von Hausärzten in Sachsen-Anhalt 17 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Dennoch herrschte Unterversorgung. Die Auslastung lag - gemessen an der Fallzahl pro Arzt - um mehr als 25 Prozent über dem Schnitt. Höhere Honorare seien kaum geeignet, "um die Attraktivität von strukturschwachen Regionen für niederlassungswillige Ärzte zu erhöhen", meinen die Gutachter. "Angesichts einer so hohen Kapazitätsauslastung der Praxen in Sachsen-Anhalt" warnen sie vor Qualitätseinbußen in der Versorgung.

Die Kassenärztliche Vereinigung stellt diese Ergebnisse jedoch in Frage. "Wir haben in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass mit finanziellen Anreizen schon Ärzte gefunden wurden, die bereit waren, verwaiste Praxen zu besetzen", sagte Vorsitzender Burkhard John.