Magdeburg l Die Nachricht, dass das neue Gymnasium am Lorenzweg möglicherweise auf der Kippe steht, erreichte den Fraktionsvorsitzenden der CDU im Magdeburger Stadtrat, Wigbert Schwenke, im Urlaub. "Wir sind ein bisschen irritiert", sagte er am Telefon. Die Volksstimme hatte Mitte der Woche aus dem Finanzministerium Sachsen-Anhalt erfahren, dass völlig offen sei, ob eine Sanierung des alten Berufsschulkomplexes förderfähig ist.

Das birgt politischen Zündstoff. Denn gemeinsam mit FDP und Grünen hatten die Christdemokraten im Stadtrat gegen ein Gymnasium in Rathausnähe gestimmt. Linke und SPD lehnten wiederum den Lorenzweg ab. Doch laut Schwenke habe gerade eine möglicherweise unbedachte Äußerung des Oberbürgermeisters erst zu der Lorenzweg-Entscheidung geführt.

Denn laut Schwenke wollte die CDU damals einen Prüfantrag für den Lorenzweg im Stadtrat stellen. Bei Linken und SPD vermutete man politisches Taktieren. "Der Oberbürgermeister sagte, dass wir das nicht zu prüfen brauchen. Das sei förderfähig. Darauf haben wir uns verlassen", so Schwenke. Es kam zur Kampfabstimmung, die SPD und Linke verloren.

Nun verweisen die Linken auf ihren eigenen Antrag, Abrissflächen am Breiten Weg in Nachbarschaft des Doms für einen Neubau zu prüfen. Dem hatte der Stadtrat im Mai zugestimmt. Mit einer Antwort ist aber erst nach der Sommerpause zu rechnen.

Auch im gestrigen Bildungsausschuss war das neue Gymnasium noch einmal Thema. Dort plädierte der Vorsitzende des Stadtelternrates, Detlef Hubold, für einen Erweiterungsbau am Einsteingymnasium. Beigeordneter Koch signalisierte, dass er von dieser Idee nicht begeistert sei, kündigte aber an, dass man auch diesen Vorschlag prüfen könne.

Betrachtet man die Entwicklung der Schülerzahlen, braucht Magdeburg 2016/17 ein neues Gymnasium. Mit der unklaren Fördersituation habe sich die Eröffnung schon jetzt verschoben, heißt es. Denn ob es mit dem Lorenzweg noch etwas wird, soll erst Anfang 2015 feststehen.