Magdeburg l Im Land hat sich im vergangenen Jahr der Schaden durch Wirtschaftsdelikte nahezu verdoppelt. Während es 2012 noch 61 Millionen Euro waren, entstand im vergangenen Jahr ein Schaden von 110 Millionen Euro. Das teilte das Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstag in Magdeburg mit.

Damit machten die Schäden im Bereich der Wirtschaftskriminalität mehr als die Hälfte des gesamten Schadensvolumens aller im Jahr 2013 erfassten Straftaten aus (53,2 Prozent: 110 Mio. Euro / 207 Mio. Euro). "Gemessen an der Gesamtzahl aller verfolgten Straftaten gehört der Bereich der Wirtschaftskriminalität zwar zu den kleineren Deliktsbereichen, war aber der schadensträchtigste", sagte der Direktor des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt, Jürgen Schmökel.

Weil sich Kriminelle durch Abrechnungsbetrug oder Telefonabzocke bereicherten, musste die Polizei im vergangenen Jahr in 1809 Fällen ermitteln (2012: 1323 Fälle). Gemessen an den knapp 200000 Gesamtstraftaten im Land waren das nur 0,9 Prozent. Die Aufklärungsquote im Bereich der Wirtschaftskriminalität lag im vergangenen Jahr bei 97,1 Prozent.

Wirtschaftsverbrechen werden selten angezeigt

Mit einer Schadenssumme von 85 Millionen Euro hätten Insolvenzdelikte wie Insolvenz-verschleppung den größten Anteil am Gesamtschaden ausgemacht. Ein wachsendes Feld für die Ermittler sei der Betrug per Telefon gewesen. "Die Schäden pro Opfer sind oft erheblich", sagte LKA-Sprecher Andreas von Koß. Bei einem Fall im Süden Sachsen-Anhalts hätten sich Betrüger unter dem Vorwand eines Gewinnspiels Hunderte Kontodaten erschlichen. Es entstand ein Gesamtschaden von 1,3 Millionen Euro.

Noch immer würden Wirtschaftsdelikte zu selten zur Anzeige gebracht, sagte LKA-Direktor Schmökel. Besonders Ältere würden aus Scham eine Anzeige bei der Polizei vermeiden, wenn sie das Opfer von Betrügern geworden sind.

Bundesweit verursachten Wirtschaftsdelikte 2013 einen Schaden von 3,8 Milliarden Euro. Ebenfalls nahezu die Hälfte des gesamten Schadens von rund 8 Milliarden Euro.