Die Deutschen müssen verrückt sein. Wie sonst ist es zu erklären, dass laut einer repäsentativen Umfrage des Reiseportals Travel24.com rund 6,4 Millionen der Angestellten auch im Urlaub für durchschnittlich 1,4 Stunden am Tag weiterschuften. Ganz freiwillig und ohne Bezahlung. Jeder Chef kann da natürlich nur mit der Zunge schnalzen.

Wenn aber die dienstbeflissenen Bundesbürger schon nicht zu bremsen sind, zeigt sich die Reisebranche darauf nur schlecht vorbereitet. Gut, in schicken Herbergen gibt es heute ein Business-Center für alle Ansprüche. Aber in den sattsam bekannten Massenquartieren für Pauschis von Spanien bis in die Türkei ist die Internet-Ecke meist hoffnungslos überfüllt. Und mit W-Lan-Verbindungen ist es in solchen Betonburgen oft auch nicht doll.

Reiseanbieter müssen aufpassen, hier nicht einen Trend zu verschlafen. Der heißt "Work in" statt "Work out". Nicht in neue Wasserrutschen, sondern komplette Büroausstattungen für jedes Hotelzimmer sollte investiert werden. In die Lobby gehören auch nicht mehr die Ausflugsangebote. Nein, hier müssen gut sichtbar die Tagesbesten im Arbeitsurlaub ausgehängt werden. Erst dann fühlen sich deutsche Urlauber zu Hause.