Verstehen Sie Ihre Bank? Nööö? Nur keine Panik. Sie sind nicht allein! Forscher haben in einer Studie das Kauderwelsch der Geldhäuser entlarvt. Laut "Welt am Sonntag" wurden 168 Dokumente von 62 Banken unter die Lupe genommen. Das Urteil ist vernichtend. Überall tauchen Wortungeheuer auf, es wimmelt von Fachchinesisch.

"Einige Banken halten nicht einmal die grundlegendsten Verständlichkeitsregeln ein", rügt Studienautor Frank Brettschneider. Die Institute schwelgen in Fachbegriffen, stricken komplizierte Schachtelsätze, verlieren sich in Endlosparagrafen, sagt der Professor für Kommunikationswissenschaften. "Da müssen sich die Banken nicht über den Vorwurf wundern, sie würden gelegentlich absichtlich unverständlich formulieren. Etwa, um Risiken von Geldanlagen zu verschleiern."

Wer seine Bank verstehen will, muss studiert haben. So sind die "Allgemeinen Geschäftsbedingungen" auf einem Sprachniveau formuliert, das dem von Doktorarbeiten in Politikwissenschaft entspricht.

Auch andere Dokumente werden von Bandwurmsätzen mit bis zu 119 Wörtern und vielen Anglizismen beherrscht. Selbst die "Produktinformationsblätter", die den Kunden beim Produktverkauf überreicht werden müssen, fallen weitgehend durch. Dabei ist sogar gesetzlich vorgeschrieben, dass sie "leicht verständlich sein" müssen.

Etwas besser fällt das Urteil für die "FAQ-Bereiche" in den Internetauftritten der Banken aus. Dort werden häufig gestellte Fragen (Frequently Asked Questions) beantwortet. Hier kapieren auch Nicht-Doktoren die meisten Texte. Aber: Wortungetüme wie Einzugsermächtigungslastschriftverfahren oder Gemeinschaftsfreistellungsauftrag verstecken sich auch dort. Das, liebe Banken, könnt Ihr Euch sparen!